Neulich, an der Börse

Es gab eine Zeit da war mein Rat in Bezug auf Strategien an der Börse ziemlich gefragt. Einige Anlageprodukte, die sich später nur für den Ausgeber als (temporär) monetär erfolgreich zeigten habe ich nie empfohlen. Wer sich noch an die AvW Anteilscheine erinnern kann weiß wo von ich da gerade erzähle. Leider ist der Ratschlag etwas eben deshalb nicht zu kaufen weil es so unnatürlich gut performt in dem Moment ein Kundenkiller. GIER FRISST HIRN und wer bei der Gier nicht mitspielen will, der ist eben draussen.
Lange habe ich davon erzählt, dass die seit vielen Monden anhaltende Entwicklung an den internationalen Börsen wenig Rechtfertigung haben. Wenn es trotz humanitären, klimatischen, wirtschaftlichen und epedimologischen Krisen nur die Richtung ins Plus gibt, dann weiß man was es geschlagen hat. Die vielen Daueroptimisten werden jetzt, nicht ganz zu unrecht, behaupten, dass es in den vergangenen beiden Jahren ja gar nicht mehr so rasant nach oben ging. Eher moderat seitwärts. Stimmt, aber für das was z.B. die deutschen im DAX gelisteten Unternehmen an Sicherheit, Substanz und Zukunftsmodell bieten ist der Markt abartig hoch bewertet.
Die stärkste Gewichtung hat die SAP Aktie – ein Musterbeispiel an Entwicklung und Konstanz über ganz, ganz viele Jahre. Als Dienstleister für nahzu die gesamte Weltindustrie steht und fällt der ERfolg des Unternehmens mit der Weltwirtschaft.
Drei Automobilbauer, Inbegriff der deutschen Ingenierus- und Maschinenbaukunst, verstrickt in einen der am best gehütetsten Skandale der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Angeprangert in USA und Asien, einer Technologie folgend die mittlerweile der VHS Kassette entspricht. Produktionsstandorte an allen Ecken der Welt.
Eine Bank, ehemals die größte, beste und schönste der Welt, gebeutelt von einem Skandal nach dem Anderen. Chemiefirmen deren Hauptgeschäft es ist die Schädlinge und Wasserknappheit, hervorgerufen durch die Industrie mit neuen Giften zu bekämpfen und neues Leid hervorzurufen. Eine Fluglinie deren Überleben nicht mehr in eigenen Händen ist, und ein paar andere, teilweise wirklich gute Firmen die den anderen Salat aber nicht besser machen können.
Wenn der Deutsche Aktienindex die deutsche Wirtschaftskraft und Innovation widerspiegelt, dann verstehe ich:
erstens nicht warum in den vergangenen Monden so viel Geld investiert wurde und zweitens nicht warum irgendjemand über die Korrektur im Rahmen der heutigen (28.10.2020) „COVID 19 zweiter LockdownAngst“ überrascht ist.
Shareholder Value, Globalisierung, Auslagerung der Werkbank, Korruption, Gier, Macht, Dienstleistungsgesellschaft – Generation Lieferando…
Seit Jahren bin ich der Meinung, dass unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsform weder menschlich, geschweige denn ökologisch ist.
Wenn es ein Lieferservice wie „delivery hero“ in den größten Aktienindex der ehemals stabilsten Volkswirtschaft der Welt schafft, spricht das Bände über die Gesellschaft.
Die verdienen Ihr Geld damit um von fremden Menschen gekochtes Essen in Haushalte anderer Menschen zu transportieren, denen Ihre Zeit im Büro oder vor RTL2 wichtiger ist, als sich ein selbst und frisch gekochtes Essen in den von Streß, Zucker, Nikotin und Alkohol verdorbenen Körper zu drücken.
Wie gesagt, ein besonders eindrucksvolles Beispiel auf welchem Weg wir uns befinden. Auslagerung von Arbeit, Gewinn an Freizeit und Reduktion der eigenen Anstrengung. Wie lange das noch gut gehen wird?
Solange genug Geld für dafür da ist, dass wir uns immer mehr von Produktion und Entwicklung von Gütern entfernen können…
Zurück zur Börse – Beim Ausbruch der ersten Corona Welle rutschte der DAX von rund 13.700 Punkten auf etwas über 8.300 Punkte um sich seit dem Tief Mitte April bis vor ein paar Tagen knapp an die Höchstgrenzen zu hangeln. COVID 19 sei es gedankt, dass die Schwierigkeiten an den vielen anderen Stellen davon versteckt bleiben.

Ach übrigens – an einem sehr dunkelroten Börsentag gab es einen Gewinner
Der Lieferheld mit plus 1,67% bei einem Marktverlust von über 4%.

Die Lösung?
Arbeit abschaffen, Helikoptergeld für alle – 10.000 Euro pro Haushalt – mit der Verpflichtung sich jeden Tag Frühstück, Mittags- und Abendessen und den Nachmittags Kaffee liefern zu lassen – wer das dann macht? Grenznah lebende Tagelöhner ohne Recht auf Sozialleistungen, dafür mit Mindestlohn, natürlich ohne Wahlrecht und kein Recht auf einen Wohnsitz.

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