Neulich, in einer Galerie

„Show me the Monet“ So heisst ein Bild des Künstlers Bansky, den keiner kennt, und das gerade um 8,4 Millionen Euro versteigert wurde. Humorvolle Betrachtung einer sehr ernsten Thematik.

In einem Berliner Hinterhaus gibt es eine kleine, feine Galerie in der Werke eines weiteren sehr anonymen Künstlers, der ebenfalls solch ernste Themen humorvoll umsetzt, ausgestellt werden. Aufgrund der starken Einschränkungen im Reiseverkehr und der totalunregelmäßigen Öffnungszeiten der Galerie darf ich Euch in loser Folge ein paar Werke vorstellen. Einen Verkauf einzelner Werke möchte der Künstler nicht zur Gänze ausschließen.
Ein im Jahr 2018 entstandenes Werk, rot, gross und mit erschreckend geringer Handwerkskunst gemacht erregte als erstes meine Aufmerksamkeit und daher forschte ich nach… Der Titel des Werks, lautet derzeit „Kurz – Schluss, oder warum die offensichtlichen Gefahren nicht wahrgenommen werden wollen“

Für einen Banausen wie mich ist das alles schwer verständlich, daher war ich ganz froh, dass mir der Betreiber der Galerie die Möglichkeit gab den Künstler zu treffen. Anonym, ich solle ihn Sneaky nennen, trafen wir uns auf ein Gespräch.

Nachstehend mein Gedankenprotokoll…

JM: Sneaky, Deine Bilder sind auf den ersten Blick einfach, oberflächlich und von geringer handwerklicher Qualität – steckt dahinter eventuell zu wenig Talent?

Sneaky: Genau, ich habe nur wenig Talent, keine künstlerische Ausbildung und gebe mir auch wenig Mühe und mache es trotzdem. Diese Art der Herangehensweise habe ich mir von vielen großen Führern der aktuellen Geschichte abgeschaut. Nach dem Motto, „ich habe keine Ahnung von der Sache, aber ich rede sehr gerne darüber und auf Basis meiner Aussagen beschließe ich Regeln und Gesetze“, habe ich mir eine Rolle Leinwand, ein paar Leisten und einige Kübel Farbe gekauft und losgelegt.

JM: Ist die miese Qualität der Grund warum Deine Werke nur in einem Hinterhof in Berlin und nur nach persönlicher Absprache anzusehen sind?

Sneaky: Ganz das Gegenteil ist der Fall, ich habe Angst davor, dass meine Werke zu aufregend, zu revolutionär sind und die Gesellschaft aus ihren grundsätzlichen Verankerungen lösen könnte. Diese Anker, diese Glaubenssätze lassen sich nur schwer lösen und da ich der Meinung bin dass es dafür noch zu früh ist muss ich mich zurückhalten und setze meine Werke dann ein um den letzten Anstoss zur Veränderung einzuleiten.

JM: aha….Dann lass uns doch einmal über Dein Bild „Kurz – Schluss, oder warum die offensichtlichen Gefahren nicht wahrgenommen werden wollen“ sprechen.

Sneaky: Wichtig ist mir darauf hinzuweisen, dass das Bild bereits Ende 2018 entstanden ist, es seitdem nicht verändert wurde und durch die aktuellen Ereignisse an Relevanz und Wert gewonnen hat. Eine Vorhersehung, ein Meisterwerk der Voraussicht…


Das Bild teilt sich dabei in 3 Teile.
1. Die Leute- wie man sehen kann haben diese Menschen eine gewisse uniforme Ausstrahlung. Sie sind eine Herde. Leider konnte ich aufgrund meiner fehlenden handwerklichenBegabung den Leuten keine Münder, keine Hände, keineFüsse geben. Jetzt verharren sie, können sehen, riechen und hören, Wehren können sie sich aber nicht, weglaufen geht nicht sprechen, schreien unmöglich und weil wie aus dem Nichts die Ratten auf sie zukommen sind sie vor Schreck erstarrt und ihre Blicke richten sich paralysiert auf die Viecher.

JM: Aber Ratten sind in unseren Gefilden ja keine wirkliche Bedrohung, die uns vor Angst erstarren lassen.

Sneaky: Genau, aber gerade weil niemand mit dem Auftauchen einer offensichtlich nicht existierenden Gefahr rechnet, entseht Lähmung . Übrigens geistig UND körperlich. Auch hier hat mir wieder geholfen dass ich kein Talent habe. Niemals hätte ivh Migranten, Klimaerwärmung, Covid 19, Schulsystem, Verwaltung, oder andere Ängste gestalten können. Ratten gingen mit einer Vorlage.

JM: Aber was ist dann dieser komische Spiegelmann und das nicht zu erkennende Gerät?

Sneaky: Ja, der Spiegelmann und sein Beeinflussungsmedium sind die wirkliche Gefahr für die Leute. Leider muss ich nochmals zugeben, dass wegen meiner geringen künstlerischen Begabung der Spiegelmann so ausschaut als ob er einer von den Leuten sei, und sich nur durch seine Kleidung und seiner Stellung abseits de Leute unterscheidet. Eine Interpretation könnte sein, dass er sogar von den Leuten ausgewählt wurde um Ihnen zu helfen um gut und sicher zu leben.

JM: Aber warum sehen denn die Menschen dann so ängstlich drein?

Sneaky: nun ja, der Spiegelmann verbreitet zwar mit seinem Beeinflussungsgerät sehr viel Geräusche, die auch bei den Leuten ankommen, die Rattenplage bleibt aber, ist weiter bedrohlich, vergrössert sich und ist nicht zu stoppen. Das hilft dem Spiegelmann natürlich, denn paralysierte Leute sind einfach zu leiten. Ähnlich wie beim Stockholm Syndrom bei dem Entführte den Entführer beginnen sympathisch zu finden, beginnen die Leute selbst offensichtlich falsche und gefährliche Entscheidungen und Versprechungen des Spiegelmanns zu akzeptieren. Was dazu führt, dass der Spiegelmann weiterhin seine Regeln und Maßnahmen verbreiten und umsetzen kann. Diese Strategie ist übrigens so alt und so erfolgreich wie die Menschheit.

JM: Jetzt versteh ich gar nichts mehr

Sneaky: Ich auch nicht, den Inhalt habe ich bei einer Fahrt mit der U Bahn aufgeschnappt. Trotzdem würde ich das Bild um ein Prozent des Verkaufspreis von Show Me the Monet zu Show Me Your Money machen. Für alle die nicht rechnen können. 1 Prozent ist drei Nullen wegstreichen. Vielleicht eine Rechenart die man auf die Politik anwenden könnte!

Nach dem Gespräch mit Sneaky hatte ich Silvester im Kopf, trotzdem verabredeten wir uns lose um über ein weiteres Bild von ihm zu sprechen. Eine Info dazu, es wurde inzwischen 6 mal übermalt, ist derzeit blau, und hat den Titel „you are entering the godless sector“.

Übrigens der Sneaky hat mir noch gesagt dass ich ernstzunehmende Gebote für den „Kurz – Schluss“ gerne entgegen nehmen darf.