Seit 1983 bin ich berufstätig. Eine ganz lange Zeit in Banken und seit gut 2 Jahren für den besten Unternehmer den ich in den letzten 37 Jahren kennen lernen durfte.

Wer sich in Zeiten des höher – schneller – weiter, Wachstum und Profit um jeden Preis, Halbwahrheiten und Missachtung einfachster ethischer Grundwerte als Führungskraft, Mentor und Unternehmer zeigt, wer nicht beim ersten Gegenwind einknickt und standhaft seinen Weg verfolgt hat nicht nur verstanden was es heißt ein Leader zu sein, sondern auch wirtschaftlich und persönlich dafür gesorgt auch schwierige Zeiten bewältigen zu können.
MANAGEMENT OF EXPECTATION
Und dann gibt es die vielen Anderen. Egal ob der Kleinunternehmer, der lieber in den privaten Konsum investiert statt Rücklagen zu bilden oder das Großunternehmen bei dem die Führungskräfte trotz schwieriger Zeiten fett in den Topf greifen und Wachstum um jeden Preis betreiben. Klar, wer einen hohen Bonus bei Erreichung von massiven Zielen ausbezahlt bekomm, geht gerne den Weg der Globalisierung, um Produkte ein paar Cent billiger zu bekommen, oder bedient sich dem als „Leverage“ verharmlosten fremdfinanzierten Wachstumskurs.
Als ob es die Finanzmarktkrise 2008 nicht gegeben hätte schreit jetzt die gesamte Weltwirtschaft nach Schutzschirmen, Hilfen, Bürgschaften und Krediten, die der Staat oder Staatengemeinschaften zur Verfügung stellen sollen.
Ja, auf den ersten Blick ist die derzeitige Corona Krise eine von der Mehrheit der Menschen unverschuldete. Das war übrigens auch bei der Finanzmarktkrise so, bei der ein paar super-gierige die Welt an den Abgrund drängten.
Jetzt rufen Vertreter aller Branchen nach staatlichen Hilfen…
Und ich bin der Meinung, dass die Staaten bzw. die Staatengemeinschaften Hilfe in jeder Höhe und für jede Branche zur Verfügung stellen sollen und müssen. Zuerst für das Gesundheitssystem und dann für ALLE Unternehmen und ALLE Menschen. Wer das finanzieren soll? Woher das Geld kommt? Wer das Geld jemals zurückzahlen soll?
Erstens: Der Staat, das sind wir alle. Das bedeutet nicht mehr oder weniger, dass die Gemeinschaft aller Bürger den Unternehmen und den Menschen Kredit gibt und zwar in vollem Ausmaß und ohne Limit. Denn wir, die Bewohner der Länder, Kontinente, der Welt, sind der Staat bzw. die Staatengemeinschaften. Es ist nicht das Geld und das Budget von Herrn Kurz, Frau Merkel oder Herrn Putin, es gehört und verpflichtet uns alle.
Zweitens: Nur weil der Sozialismus wie wir ihn über Bücher und Erzählungen, vielleicht auch aus persönlichen Erfahrungen erlebt haben nicht funktioniert haben soll, heißt das nicht, dass es sich nicht lohnt darüber nachzudenken.
DRITTENS: Es gibt keinen von einer höheren Macht vorgegebenen Grundsatz des Nulldefizits oder des Schuldenabbaus – das haben unsere Vertreter festgelegt um für, eine offensichtlich nicht erreichbare, Stabilität zu sorgen. Die Erhöhung der Staatsschulden zum Zweck der Verbesserung der Gesellschaft muss einfach ganz normal sein, zumal diese Schulden ja nichts anderes als eine vorab Inanspruchnahme unserer Steuergelder darstellt.
Also, ich bin für Hilfen für alle Unternehmen die diese benötigen. Finanzielle Hilfen aber auch ethisch, moralische, unternehmerische Hilfen. Keine Bürgschaft, keine Hilfe die über eine Million Euro ist, ohne eine staatliche Beteiligung, die mindestens eine Sperrminorität darstellen muss.
Der Unternehmenszweck, die Unternehmensziele, die gute aber nicht außerordentliche Vergütung der Mitarbeiter werden in einer Art Urkunde definiert und können nicht ohne weiteres verändert werden. Führungskräfte werden nach einem Auswahlverfahren, unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Seilschaften, eingestellt und erhalten langfristige Verträge ohne Gewinnbeteiligung die über 25% des Jahresgehalts liegen dürfen. Die reglementierte Reduktion der Gier als Schlüssel zu einer Wiederkehr der wirtschaftlichen Ethik. Wenn es unmöglich ist Unsummen zu verdienen wird es auch unnötig die europäische Werkbank nach Asien zu verlegen. Die Heerschar von guten Unternehmensberatern die dann weniger oder keine Arbeit zur Reduktion von Fixkosten hätte wäre ein optimales Sammelbecken zur Rekrutierung von guten Arbeitskräften für die teilverstaatlichten Betriebe.
Und wer einen langfristigen, vernünftig bezahlten Job hat muss nicht 24/7 am Handy oder Laptop kleben, kann sich mit sich und seinen Mitmenschen beschäftigen und läuft nicht Gefahr in eine Depression zu verfallen.
Ich gebe zu, daß der Gedanke der Rückkehr in eine entschleunigte, lokale und auf Menschlichkeit basierende Gesellschaft noch nicht ganz zu Ende gedacht ist, eines weiß ich aber ganz sicher:
Eine durch meine Idee entstehende Geldentwertung würde nur einen ganz geringen Teil der rund 7,8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten treffen. Der Großteil würde wahrscheinlich erstmal erleichtert aufatmen.