Gestern früh waren Seiler & Speer im deutschen Frühstücksfernsehen. Das alleine ist schon außergewöhnlich, denn normalerweise treten da eher keine österreichischen Künstler auf.
Ein Lied das im schönsten Land von Allen in allen Radiosendern seit Wochen gespielt wird, wurde mit „Euer neuer Song“ vorgestellt. Und dann ging’s los und ich wäre gerne in dem einen oder anderen niedersächsischen oder sächsischen Haushalt zu Gast gewesen. Ob irgend ein Nordlicht auch nur ein Wort verstanden hat?
Unwaunidanalaunbin….. könnte für die nordischen Ohren auch ein mittelafrikanischer Dialekt sein oder die neue Begrüssungsformel in Berlin, denn dort versteht Mann auch oftmals nur „Bahnhof“
So wie im Fitness Studio meiner Wahl…
„Eyeischemachenwirheutsteppa“ oder „altadrückmalbischnfesta“ Worte, Sätze ohne Punkt und Komma, Betonungen auf SCH Lauten, da ist es wirklich besser die Ohrstöpsel reinzugeben und die Sommerplaylist „Best of…“von FM4, jeden Abend neu um 21 Uhr, 7 Tage zum Nachhören, auf volle Pulle stellen.
Leider schaffe ich es nicht bei meinem fast alltäglichen Training auch noch die Augen zu schließen. Und was es da zu sehen gibt lässt die Augen des Buben vom Land so groß werden wie Suppenteller.

Jeden Tag an dem ich den Ergometer quäle sehe ich etwas Neues. Eine junge Dame, 1,85 Meter groß, die sicher nicht mehr als 12,23 Kilo wiegt und rund 1 Stunde mit höchster Intensität am Stepper arbeitet um danach noch einen Marathon am Laufband zum Auslaufen nutzt.

Eine Dame in voller muslimischer Tracht – ein wallendes Gewand über der Turnhose und ein Kopftuch, das nur die Atemwege freihält. Die Dame geht gemütlichen Schrittes auf dem Laufband, da fragt sich das von der Anstrengung geschwächtes, bestes Gehirn von Allen, warum die Lady nicht einfach spazieren geht und ob der Hungerhaken ein Versuchsobjekt der NASA ist um die Entmaterialisierung des menschlichen Körpers zu erforschen.

Dann gibt es noch den Ganzkörper tätowierten Muskelmann, der in der Lage ist alle Gewichte und alle Gäste in 3 Sätzen jeweils 12 mal um die eigene Achse zu schleudern.
Damen, Herren und auch dritte Geschlechter tragen hautenge Gewänder die jede Körperein- und ausbuchtung deutlich hervorheben, dazu Gerüche die mich an die Umkleidekabine der 70iger Jahre erinnern. Wie aus den 70iger Jahren ist auch mein Turngewand. Eine Turnhose und ein weißes Unterleiberl, die mißbilligenden Blicke der Fitnessgemeinde machen mich jedes Mal aufs Neue stolz.
Ich mag sie, meine zweite Heimat – 24/7 geöffnet, viele bekannte Gesichter und immer wieder Neues… jetzt überlege ich bereits den Fernseher zu verkaufen und mich an dem Sammelsurium der Aussergewöhnlichkeiten dauerhaft zu vergnügen.