Heute Vormittag gegen 09:00 Uhr. Mein Weg führt mich zum besten Obstmarkt von Allen, zumindest rund um das KaDeWe. Himbeeren, Heidelbeeren und eine Nektarine stehen auf meinem Wunschzettel um in der Hitze von Berlin wenigstens ein paar Bissen runterzubringen.
Auf halbem Weg stehen drei, bereits an Lebensjahren erfahrene, ganz in schwarz gekleidete Damen. Da alle drei ihre wunderschönen Körper in der Nähe des Personaleingangs vom KADeWe geparkt haben ist es klar, dass die Ladies nicht zu einer Beerdigung gehen sondern auf den Dienstbeginn warten.
Schnell noch eine Kippe und die schönsten Urlaubsmomente ausgetauscht, da kommt die Nummer vier herangerauscht. Eine Hautfarbe wie Winnetou, entweder einen Zehnerblock im Solarium abgesonnt oder einige Wochen im Süden.
„Na Kleene wie war et in de Ferijen“…schallt es Winnetou entgegen „Ooooch, ick war krank, ick war ne Woche auf Angina“
Ich liebe Berlin. Jede Ansammlung von mehr als einem Berliner zaubert mir ein Lächeln in mein grimmiges Gesicht. „Ick war ne Woche auf Angina“. Der Name einer schmerzhaften Entzündung im Hals-und/oderRachenbereich, dem Herz oder Darm, ausgesprochen wie eine Mittelmeerinsel. GEIL. Ick war ne Woche auf Angina Ludovice, oder Angina Pectoris.
Ich war vergangene Woche drei Tage auf Angina 911.
Beifahrer bei der legendären Ennstal Classic. 3 Tage eingezwängt in einen 30 Jahre jungen Innenraum eines Klassikers. Ich hatte Rücken, Augen, Kopf und feuchte Füsse.
Nicht in der Reihenfolge sondern gleichzeitig.
Rücken weil die Sitze aus den 70iger Jahren, für diese Zeit extrem sportlich und bequem waren, heute aber dem Lordosenstützen verwöhnten Senior nach ein paar Stunden schwer zu schaffen machten. Augen weil wir jeweils mehr als 10 Stunden mit offenenm Dach durch eine parodiesische Landschaft pfefferten. Kopf, weil navigieren, lesen, ansagen, rechnen und ein paar Fotos machen in einer Schiffsschaukel eher machbar sind als in einem Oldtimer bei Tempo 100. Feuchte Füsse, weil bereits nach wenigen Fahrprüfungen der Tripmaster ausgefallen war, der Tachometer vom Auto die Präzision von chinesischen Nachbauten hatte und weil mitten an Tag 2 die Sprit Zufuhr des wunderbar restaurierten Motors des 911er verdreckte.
Wir kamen unter die Top 100 (von 240 Startern) Manche der rund 40 Sonderprüfungen haben wir, trotz mangelhafter technischer Ausstattung und einem nur teilweise geeigneten Beifahrer, richtig gut bewältigt.
Bei einigen anderen Sonderprüfungen sind wir gnadenlos durchgefallen.


Zwei richtig große Erfolge konnte ich aber feiern:
Ich habe das Bordwerkzeug im Porsche gefunden, sodaß wir den technischen Defekt der verdreckten Benzinzufuhr SELBSTÄNDIG beheben konnten (Ein Chemiker und eine Sales-Schlampe!!!) und, ich habe nach 5 Minuten gemerkt, daß der Schlüsselkontakt für das Zimmer im Hotel nicht der Bewegungsmelder ist.
