Lange bevor die besten Mädchen von Allen ihre wohlverdienten Sommerferien antreten muß die Ferienbetreuung organisiert sein.
Sportwoche, Musikwoche, Kunstwoche, der Familienurlaub und dann bleiben immer noch 3 Wochen unbetreute Ferien übrig. Wie das Eltern, im schlimmsten Fall Alleinerziehende, über den Sommer organisieren ist eines der letzten ungeklärten Wunder unserer modernen Welt.
Einmal habe ich mir den Spaß gemacht und die schulfreien Tage eines Jahres aufgeschrieben. Rund 50% des Jahres ist Schule. Immerhin.
Die erste Fereinwoche 2018 haben wir die Mädchen zu den Großeltern an die kroatische Küste entsendet.
Freitag Nachmittag war Abfahrt und je älter sie werden umso geringer wird der Abschiedsschmerz. Irgendwann werden sie sich umdrehen und nicht mehr zurückschauen. Wie sie es auch immer machen, ich ab sie lieber um mich rum.
Am Freitag rauschten die Mädels ab und da standen wir dann. Die beste Ehefrau von Allen mit der klaren Vorgabe den Staub zu bekämpfen und der Schleicher, der sich an die Zeiten vor den Kindern erinnerte.
Als am Samstag Nachmittag CSI Staub fertig durch das Haus gerauscht war, stellte ich die Frage aller Fragen…
„Wollen wir uns vielleicht heute Abend ein leckeres Steak anbraten und dann endlich wieder mal ungestört einen Film schauen?“
Der Super Idee folgte der Einkauf im Supermarkt unserer Wahl. Einer in dem das teuerste Stück Fleisch noch offen verkauft wird.
2 schöne Stückerl Fleisch, ein Salat und ein paar Kleinigkeiten und ab nach Hause.
Nach dem scharfen Anbraten, dem Rasten im Ofen, kurz die Pfeffersoße eingekocht wurde angerichtet. Der Gesichtsausdruck meiner Liebhaberin am Tisch sah dabei genau so aus wie Mann sich das vor einem romantischen Abend nicht wünscht. Die Worte die dann folgten kamen schnell und klar. Dieses Fleisch schaut nicht nur Scheiße aus, es schmeckt auch so.
Vom Preis dieser beiden Filets ernähre ich mich normalerweise die ganze Woche dachte ich mir. Was so teuer ist muß gut schmecken sagte der Restschwabe in meinem Gehirn und gabe den Händen den Befehl schneiden und dem Mundbereich den noch klareren Befehl essen!
Es schmeckte wirklich furchtbar. Ungenießbar. Einzig der Salat und das Weißbrot mit Pfeffersoße sowie der kinderlose Abend erhellte unsere Gemüter.
In solchen Momenten zeigt sich dann der Beschützer und Bewahrer Instinkt meiner Frau: „Wirf das Fleisch nicht weg, das bring ich zurück, das laß ich mir nicht gefallen, Pack das in Folie und gib es in den Kühlschrank“
3 Tage später erhielt ich eine frohe Botschaft.
Fleisch wurde anstandslos gegen einen Gutschein ausgetauscht – Service Mitarbeiterin hat kurz draufgeschaut und festgestellt daß das kein Filetsteak sein kann.
Ich bin immer noch ganz von den Socken und wenn ich nicht in Berlin wäre, die Kinder noch am Meer…
Vielleicht kann ich das Gefühl so lange bewahren wie das falsche Filet im Kühlschrank war, dann heisst es am Freitag statt CSI Staub, CSI Körpersäfte