Am Samstag war es so weit. Nach vielen Wochen des Übens in der New School of Rock, kam der große Auftritt der größten der besten Töchter von Allen. Im Stereo – Club in Klagenfurt. Gegründet im Jahr 2005 hat sich das „Stereo“zur angesagten Club- und Kulturlocation entwickelt:
„Wer hier zu Gast ist, bekommt jede Menge Neues zu hören. Die Macher setzen vor allem auf nicht-kommerzielle Acts und Newcomer. Alljährlich findet hier mit „Local Heroes“ einer der größten deutschsprachigen Contests für Nachwuchsbands statt. Das Programm ist sehr vielfältig und reicht von Techno über Reggae bis zu Read’n’Roll. Dabei wird in Zusammenarbeit mit dem Anarcho-Sender FM4 zuerst gemeinsam gelesen und dann ordentlich Aftershow-Party gefeiert. Der 300 qm große Mainfloor und der kleinere Backstage-Floor lassen sich sehr flexibel gestalten und bieten auch Kleinkunst-Preisverleihungen und Theatervorführungen eine Bühne. Wann was läuft, steht auf der Homepage.“
Ohhhh ja, wir waren zu Gast und um der kleinen Toni noch ein wenig mehr Streß zu machen, haben die besten Eltern von Allen Freunde und Familie dazu gebeten und danach zur Aftershow-Party in den eigenen Garten geladen.
Die Beschreibung des Stereos hätte auch für das Abschlußkonzert der Musikschule nicht besser sein können. Ein dunkler Raum, der mich stark an die guten achtziger und neunziger Jahre erinnerte. Positiv versifft bis in den letzten Winkel. Der Schwarzlichtstempel knappüber dem linken Handgelenk als Zeichen für bezahlten Eintritt und noch viel wichtiger als Zeichen cool zu sein. Licht- und Nebelmaschinen und eine Bühne wie für die großen Buben. Start um 17 Uhr und die Bar mit mittelharten Mixgetränken bereits gut besucht.
Und dann gings los.
Rihanna versteckt im Körper einer frühpubertierenden, aknegesichtigen 12 jährigen, begleitet von einem eher leicht untalentierten zukünftigen arbeitslosen Pianisten, eine Jazzband bestehend aus mittel- bis ultraalten Einsteigern, Rapperbuben mit Kärntner Dialekt. Es war für jeden was dabei.
Wenn mich meine aufgeregten Sinne nicht getäuscht haben, hat meine Toni ihren Auftritt ganz gut hinbekommen – von der fürsorglichsten Mutter von Allen mit Wildlederstiefel, kurzen Jeans und einem Cowboytuch ausgestattet sang sie das Motto des Nachmittags – Bibi und Tina: Nobody is perfect.

Zum Glück war sie an Nummer 12 gesetzt. Danach zog die Karawane weiter und labte sich an Allem was von innen und außen wärmte und zum Vergessen einlud.
Seit diesem Nachmittag habe ich Respekt vor
– Dieter Bohlen, was der über Jahre hinweg aushalten musste…bei allem Bemühen, die Ohren leiden schon gewaltig
– meiner Toni, die nach dem Auftritt zugab, daß sie sich fast in die Hosen gemacht hätte und
– vor unseren Freunden, die kamen, tapfer durchhielten und noch Spaß hatten obwohl wohl jeder im Vorfeld wußte was da passiert.