Bevor ich darauf eingehe welche Textpassage ich mir ausgesucht habe und welche Schwierigkeiten es mir bereitet diese Textpassage auf die recht große Leinwand zu bringen, muss ich mich mal richtig aufregen.
Zu was sonst, als zur Regenerierung meiner Magenschleimhäute, sollte dieser blog wohl dienen?
Zu Eurer Unterhaltung? Das glaubt ja wohl keiner. Eine unentgeltliche Unterhaltung von irgendwelchen anonymen Lesern, deren Daten ich nicht mal an irgendwen verkaufen kann. Ich bin doch nicht die Wohlfahrt.
Aufregen muss ich mich über einen Menschen – nein, dieses „Etwas“ kann ich fast nicht mehr als Mensch bezeichnen – also dieses „Etwas“ist vor 30 Jahren in mein Leben eingetreten vor deutlich mehr als 20 Jahren wieder aus meinem Leben ausgetreten. Offensichtlich zum Wohle aller Beteiligten.
In dieser Zeit verjährt ALLES nur kein Mord und keine katholisch Eheschließung.
Das Band der katholischen Ehe, grenz- und konfessionsüberschreitend, leichtfertig und wagemutig eingegangen, weltlich geschieden, wird nämlich von den Wächtern des heiligen Grals und von meinem längst geschiedenen „Etwas“ verteidigt wie ein 1:0 der italienischen Fussball-National-Mannschaft.
Bei den Hütern der Sakramente kann ich das ja noch nachvollziehen, aber daß das „Etwas“ nach mehr als 20 Jahren immer noch eine solch starke Verbitterung gegen sich selbst in sich trägt, hätte ich nicht erwartet.
Offensichtlich versteht ES nicht, dass das Verfahren, ja genau, ein Verfahren mit Richtern, Zeugen, Einvernahmen und schriftlichen Protokollen nicht gegen mich oder das ETWAS gerichtet ist, sondern gegen das Eheband, welches von einigen katholischen Geistlichen verteidigt wird.
Na gut, dann grab ich eben auch noch ein paar Zeugen aus und versuche mit deren Aussagen einen der Gründe für die Auflösung von etwas zu erfüllen, das es in der wirklichen Welt seit 20 Jahren, nicht mehr gibt.
Während ich so vor mich hinschreibe haben sich meine Gesichtszüge schon entspannt und der Druck sowie die Säure in der Leibesmitte lassen merklich nach. Fast schon vergessen auch, dass ich am Montag morgen wieder einmal am Gate zum Flug nach Berlin von einem anderen ETWAS mit „tutmirleidaberdasgateistschonzu“ auf die Warteliste aller 5 folgenden Flüge gesetzt wurde und nur mit einem mittelgroßen Aufstand einen Platz in der Business Class der übernächsten Maschine bekommen habe.
Schreiben als Thearpie… Oder ist es mehr die Freude und die Vorstellung der Gesichter der anonymen Leser, denen beim Lesen meiner Erlebnisse eventuell ein Hauch von einem Lächeln den Tag versüsst?
Wie auch immer – mir hilft es und ich ertrage Manches leichter.
Wenn jetzt noch Fragen offen sind, dann beantworte ich diese sehr gerne.
Erstens:
Den Aufwand der Auflösung meiner in einer katholischen Kirche geschlossenen Ehe betreibe ich aus Liebe zur besten Ehefrau von Allen. (und für ein großes Fest)
Zweitens:
Ja, das Schimpfwort „Ihr Ausg´fressenen“ habe ich am Serviceschalter benutzt und wurde trotzdem auf die Warteliste und nicht in eine Zelle gesetzt.
Drittens:
Der Text für das Bild auf dem Experiment lautet
Schweig lieber, kleiner Mann! Dein Leben ist gar zu elend!
Du bist dumm und eitel, leer und affig und doch hängt von Dir das weitere Schicksal der Welt und der Menschen ab!
und ich habe keine Ahnung wie ich das auf die Leinwand bringen soll…
