Einer der wenigen Vorteile von Wartezeiten am Flughafen ist die verlorene und dann doch irgendwie gewonnene Zeit. Verloren weil sich alles verschiebt, Termine müssen verändert werden, die Weiterreise organisiert, Geschenke fürs zu spät nach Hause kommen gekauft werden, Ausreden erfunden und neue Gates gefunden werden.
Ist dann aber alles organisiert und geregelt steht auf einmal Zeit zur Verfügung, die es vorher nicht gab. (Leider fehlt diese Zeit am anderen Ende des Tages, also doch keine keine Möglichkeit die 24 Stunden eines Tages zu verlängern)
Was also anfangen mit der zufällig gewonnen Zeit?
Arbeiten – wer schon mal mit dem Laptop auf den Knien sinnvoll gearbeitet hat muss in seinem vorherigen Leben entweder Chinese oder Junior – Unternehmensberater gewesen sein.
Telefonieren mit Kunden – geht ganz gut, leider warten die auch nicht immer auf eine Flugverspätung.
Kollegen, Freunden oder irgendwem aus dem Adressbuch des Smartphone mit einem Anruf auf die Nerven gehen – Blödsinn.
(A)Soziale Netzwerke besuchen und lesen das der Gigsi mit der Pipsi in Kambodscha einen fliegenden Hund adoptiert haben…
Entspannen und Meditieren – extrem gut – alles ausblenden und den Weg in die inner Ruhe finden, das wäre das Ideal.
Weil aber die innere und die äußere Unruhe eines Flughafens wenig Platz zur Meditation geben, habe ich das Zeitschriften Angebot der Austrian Lounge durchgeschaut.
Beim Durchblättern der Hochglanz Wirtschaftsmagazine fand ich sehr viel spannende Inhalte:
Die braunen 500 und die blauen 1000 Schilling Noten sind nur noch bis 20.April eintauschbar – Aktien soll man billig kaufen und teuer verkaufen – Immobilien Investments steigen im Wert – die grüne Vizebürgemeisterin, zuständig für die Stadtentwicklung, Klimaschutz und Energieplanung in Wien unternahm in 2017 unglaubliche 17 Dienstreisen im Gegenwert von 146.000 Euro nach Griechenland und
das Bundesministerium für Finanzen wirbt für ein benutzerfreundliches und modernes FinanzOnline.
Auf einer ganzen Seite wirbt die Behörde dafür kein Papier mehr zu verbrauchen.
Kein Papier mehr, da sollte man doch denken, dass die Bearbeitung einer plain-vanilla Arbeitnehmer Veranlagung richtig flott abgearbeitet werden könnte. Doch scheinbar beschäftigen sich jetzt die Damen und Herren der Finanz viel stärker mit der Aussenwirkung als mit der Bearbeitung und Rückerstattung von Anträgen.

4,5 Millionen sollen laut der Printanzeige in der Zeitschrift „Verlust von 5 Euro – unser GEWINN“ Finanz Online nutzen.
Oha…8,8 Millionen Einwohner – die Statistik Österreich zeigte vor einigen Jahren folgende Zahlen: 34% der 52% Erwerbstätigen zahlen Steuern, 13% der Nichterwerbstätigen (=ASVG Pensionisten) zahlen Steuern. Das sind also 47% aller Bürger die überhaupt Steuern bezahlen 47% aller sind 4,136 Millionen.
Wenn die Prozentzahlen einigermaßen stabil blieben bedeutet das, dass nahezu alle Steuerpflichtigen (sicher sind auch Unternehmen online) – erstens einen Computer mit Internet haben, zweitens Finanzonline bedienen können und es drittens auch tun.
Die beste Steuererklärung des Jahres 2017 unterscheidet sich von der des Jahres 2016 in 3 Zahlen an den gleichen Positionen – warum zum Teufel braucht dann der Algorhytmus für diese Erklärung inzwischen 2 Monate.
Vielleicht wurden ja ganz viele Mitarbeiter abgebaut und vielleicht wird der Papst in naher Zukunft Protestant…
Das alles regt mich, nein nicht auf, sondern zu ganz andern Überlegungen an.
Woher nimmt der Staat, das Land oder die Stadt eigentlich das Recht für alles mehrfach zu kassieren?
Wir zahlen Steuern und Abgaben die zum Bau von Strassen und Parkbuchten benutzt werden um dann bei deren Benutzung noch einmal zu bezahlen. Wir zahlen Steuern um die Steuerkontrolleure zu bezahlen, die dann die zuviel bezahlte Steuer nicht rausrücken wollen. Wir zahlen Maut für die Autobahn und die Tunnels und KfZ Steuer. Wir zahlen Sozialabgaben und zusätzlich noch Rezeptgebühr.
Und wehe wir würden unsere Steuerschuld 2 Monate lang zurückhalten.
Die Argumentation, dass sich die ganze Verwaltung und der Service, die sehr guten Dienstleistungen am Bürger mit dem bisserl Steuergeld nicht ausgeht ist langsam nicht mehr akzeptabel… oder?