Gras und Flieder – immer wieder

In diesen Tagen ist hoffentlich der letzte Rest Winter weggeschmolzen. Ich hoffe dass,  zumindest in den tiefer gelegenen Regionen des Landes, in dieser Zeit des Jahres nur mehr ein paar ganz Perverse Schnee und Eis brauchen.
Die beste Ehefrau von Allen gehört ganz sicher nicht dazu.
Die innere Uhr meiner großen Liebe schaltet, sobald die Temperatur Vorhersagen dauerhaft über Null sind, auf Frühjahr –  (s Putz)
Schränke, Klamotten, Geschirr, Matratzen, eigentlich alles was im, am, über und unter dem Haus ist muss jetzt sortiert, gereinigt, aussortiert, geordnet und wieder eingeräumt werden.
Da freute es den wenig motivierten Hausputzer als er folgende Worte hörte: „Schaaaahaaaatz, Du kannst glaube ich schon die Gräser und die Hecken schneiden“….rhetorische Pause, langsam von 3 rückwärts zählen und wie schon gedacht – „aber vergiss nicht den Verschnitt wegzubringen“. Manches ist eben vorhersehbar.
Gut, dass es am Oster Samstag, ganz in der Nähe ein Osterfeuer gibt. Der Platz verwandelt sich im Moment zu einem Treffpunkt von uns Gartler und Grantler.
Jedes Gesicht spricht die gleiche wortlose Sprache.
„Scheiß Gräser – scheiß Bäume – scheiß Hecken – aber besser als Kleiderkasten aufräumen“. Noch ein freundlich verständnisvolles Zunicken und ab die Post die nächste Fuhre holen.


Ganz schön viel Verschnitt für so einen Garten – 10 mal fahren und 10 mal Zunicken war drin. Ein dreiviertel Tag ohne Hausputz.

Osterfeuer, für die Großstadtkinder unter den Lesern, ist für Zündler die legale Form ein übergroßes Lagerfeuer, gerne auch im Stadtgebiet, anzufackeln. Für Gärtner gibt es die Möglichkeit alte Stühle, Paletten, Ölfässer,  das verendete Haustier oder was halt sonst im Weg ist zu entsorgen. Dem Veranstalter gibt es die Chance mittels Verkauf alkoholhaltiger Erfrischungsgetränke seine Kasse aufzubessern und den Freunden der Verbrennungsmotoren treiben die Osterfeuer die Zornesröte ins Gesicht.

Woher der Brauch stammt rund um Ostern den Sperrmüll verbrennen zu dürfen und sich kurz vor dem Ende der Fastenzeit noch mal ordentlich die Kante zu geben ist nicht ganz sicher zu definieren.

Schon seit vielen Jahrhunderten wird an Ostern von Christen und Nichtchristen das Osterfeuer angezündet und dient gleichzeitig als Auftakt für das darauf folgende Fest. Einen genau definierten Tag gibt es für das Osterfeuer nicht, meist wird es jedoch am Karfreitag, Karsamstag oder am Ostersonntag angezündet.

Am Tag des Osterfeuers zündet in der Regel ein Pastor oder Priester der Kirchengemeinde die Osterkerze an, die dann den Gemeindemitgliedern zum Anzünden eigener Osterkerzen dient. Sowohl die Osterkerze als auch das Osterfeuer gelten als ein Symbol für die Wiederauferstehung von Jesus Christus.
Aus anderen Quellen weiß man, dass das Osterfeuer auch dazu genutzt wurde, den Winter offiziell zu verabschieden oder auszutreiben und gleichzeitig den Frühling einzuläuten. Die Asche wurde anschließend noch auf den Feldern verstreut, um diese für die kommende Saison fruchtbar zu machen.

Ich glaube, dass irgendwann mal ein leicht angetrunkener Kirchgänger beim Versuch das Osterfeuer nach Hause zu bringen ins stolpern geriet und in den Kompost vom Nachbarn….

Egal, es ist Tradition und so darf in dieser Zeit jeder ein Feuer machen und so viel Feinstaub in die Luft blasen wie nur irgendwie möglich. Dafür beschränken wir dann den Individualverkehr auf 100 km/h auf bolzgeraden Autobahnen und verbieten Diesel betriebene Autos.
Besonders in Städten mit Kessel Lagen oder in Bergtälern erfreut sich der Osterschinken über einen zusätzlichen Räuchervorgang.

Mahlzeit und Schöne Ostern – Ihr Lämmer

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