Viel mit dem Flugzeug unterwegs zu sein heißt auch auf viele Eventualitäten eingestellt zu sein.
Ein wahrlich genialer Flugbegleiter ist dabei der bose Kopfhörer QC 35II wireless. Kein Lärm, kein Kabel – erholsame Stille und ein Spitzenklang. So bewirbt die Firma bose ihr Produkt.
Kein Lärm und erholsame Stille, wer es glaubt wird selig, wer nicht kommt auch in den Himmel, dachte ich mir. Trotzdem habe ich mir einen zugelegt. Wenn er nur einen Teil des Kindergeschreis, das durch die Schmerzen beim Auf- und Abstieg des Flugzeugs verursacht wird, eliminiert. Wenn er es nur schafft die belang- und hirnlosen Gespräche der Mitflieger zu dämpfen, dann ist er sein Geld wert. Aber nein, ist der Kopfhörer eingeschaltet und auf der Stufe „noise reduction“, dann hält er wirklich was die Marketingleute versprechen. Es ist leise oder eben nach beliebiger Auswahl der Musik, des Hörspiels oder des Stream erfüllt von Geräuschen meiner Wahl. Kein Dröhnen der Propeller oder der Düsen, kein Geschrei und keine Kommunikation – eine eigene, selbstdefinierte Geräuschewelt. Einziger Nachteil: den letzten Aufruf für den besten Passagier von Allen, oder die dringende Aufforderung sich mit dem hochnäsigen Bodenpersonal auseinanderzusetzen hört Mann auch nicht. Selbst die freundliche Frage der Kellner in der Luft, „Wasser, Kekse oder Kräcker“ hört man nicht.
Wobei die Verpflegung in der Luft so verzichtbar ist wie Fusspilz.
Einen Tropfen Wasser und ein paar Soletti Kräcker.
Ich denke, dass selbst diese Notversorgung unterbleiben könnte. Damit wäre der letzte Rest an Flugzeugreinigung unnotwendig. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl das Verbot Flüssigkeiten in den Sicherheitsbereich zu transportieren, wie auch der Wegfall von einem belegten Brot in der Luft einzig der gestiegenen Frequenz der Flugzeuge geschuldet ist.
Oder hat irgendwer schon gehört, dass es einem Passagier gelungen ist aus einer Flasche Schnaps und einem Liter Mineralwasser eine Wasser-Stoff-Bombe, selbst bei der Dauer einer Atlantiküberquerung, zu basteln…
Keine Flaschen, kein Essen und keine Zeitungen bedeuten ganz einfach weniger Aufwand in Beschaffung und Säuberung.
Kleine Nebenbemerkung…. ich liebe in der Zwischenzeit die Sicherheitskontrollen mit all ihren Indiskretionen:
Von Fremden in den Schritt gegriffen zu werden – dafür zahlen andere gerne und viel. Der netten Dame vor und dem schlecht gelaunten Herrn hinter mir in den transparenten Kulturbeutel sehen zu können. Welch eine Pracht, wenn sich der Trolley öffnet, Klamotten beim Abflug aussehen wie nach 3 Wochen Camping, Corega Tabs neben Herztabletten und Old Spice neben Kondomen sichtbar werden.
Schade wenn es schnell gehen muss, sonst lass ich gerne mal einem offensichtlich wenig Reisenden mit Handgepäck den Vortritt…
Heute bin dabei meine bisher letzte Anschaffung auszuprobieren.
Master Card, co branded Austrian Airlines Kreditkarte in Platin – EUR 120 Kosten pro Jahr – neben dem Sammeln von Bonusmeilen beim Benutzen bietet diese Kreditkarte die Berechtigung zur Benutzung der Lounges im Flughafen Wien.
Da ich heute einen etwas längeren Stop in Wien habe um nach Südfrankreich zu kommen – Ankunft 06:35 Uhr, Abflug 12:35 Uhr – habe ich Gelegenheit diese Angebot ausgiebig zu testen.
Erster Eindruck… jeden Cent wert!
Nach dem Einchecken bei den freundlichen Damen an der Rezeption entschied ich mich zuerst für einen Platz im Arbeitsbereich, rauchte eine Camel in der dafür bereitgestellten Kammer, nahm einen Espresso und arbeitete eine Stunde.
Dann erstes Frühstück mit einer Semmel, Käse, Salami, 2 Croissants, Butter, Marmelade und einem Milchkaffee.
Im Bereich der armen Menschen kostet das bei den Flughafen Restaurants rund 20 Euronesen.
Jetzt ist es kurz nach 9 und ein leichter Gusto überkommt mich…Vielleicht ein zweites Frühstück oder ich warte noch ein paar Minuten auf den Brunch oder das Mittagessen.

Schwabe wie ich nun mal bin, werde ich versuchen meine Jahresgebühr der Platinum Karte bereits heute zu amortisieren.
Da mein Gepäck eingecheckt ist, werde ich mein vorsorglich mitgebrachtes Nylonsackerl mit Schokobananen und anderen Köstlichkeiten auffüllen und mit ins Flugzeug nehmen.
Sollte heute Abend in den Nachrichten von einer Notlandung aufgrund eines Passagiers mir Überzuckerung berichtet werden – ganz nach dem Motto, „lieber den Magen verrenken als der AUA was schenken“- das war ich.
Zuerst aber noch einen Espresso und eine Camel…