…der „ach leck mich doch am Arsch Tag“
Zumindest rund 45 Millionen amerikanische Truthähne denken sich das jedes Jahr, bevor sie geköpft, gerupft, gefüllt und gewürzt bei 250 Grad im Ofen verschwinden. Erntedankfest in Amerika eben. Der rein biologisch aufgezogene, handgefütterte und der friedlich entschlafene Truthahn gehört für den Amerikaner genauso zum Erntedankfest, wie genmanipuliertes Getreide und zuckerhaltige Erfrischungsgetränke.
Am Tag danach ist Black Friday.
Dieser Tag ist keine Erinnerung an den 24.Oktober 1929, denn das war ein Dienstag, der nur durch die tagelange Panik und die Zeitverschiebung mit der USA bei uns zum Schwarzen Freitag wurde. Immerhin gab es damals den folgenreichsten Einbruch der Börsen weltweit. Die Aktienkurse fielen so tief, dass nicht nur viel Vermögen verloren
wurde, Kredite verloren ihre hinterlegte Aktien Sicherheiten und konnten nicht mehr bedient werden. Weltwirtschaftskrise, die jahrelang anhielt. An so einen Tag mag ja wohl niemand erinnert werden.
In unsere Zeit gilt: höher, schneller, weiter und deshalb gilt für den neuen Black Friday:
Geiz ist geil – Gier frisst Hirn – ich kauf mir endlich was ich eigentlich nicht brauche oder bereits mehrfach habe – online – offline – egal was und wie, kaufen, kaufen, kaufen
Genau, der Black Friday, 24.11. ist der Tag an dem US Handelsunternehmen in die schwarzen Zahlen rutschen sollen. Wenn nicht, dann ist der Erfolg des Jahres in Gefahr. Damit auch jeder von den Rabatten profitieren kann ist der Black Friday ein Black Weekend. 4 Tage Shopping pur, wenn notwendig auch unter Polizeischutz.
Rund 60 Milliarden US Dollar werden rund um das Wochenende von den US Konsumenten ausgegeben.
Verbraucher Nahkampf, längst ist der Trend auch in Europa angekommen. Egal ob Elektronik, Baumwolle oder Schlüpper – Stadt und Internetz platzen förmlich vor Sonderangeboten. Zwar spielen sich in unseren Städten noch keine bürgerkriegsähnliche Szenen ab, die Tage rund um den 24. November werden aber auch für die europäischen Einzelhändler immer wichtiger.
Interessant ist der Vergleich der Bilder von Truthahnfarm und US Verkaufsräumen.
Eine gewisse Ähnlichkeit ist immerhin vorhanden.


Böse Zungen behaupten, dass die Aufzucht eines US Truthahns so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie die Wartezeit eines US Kunden auf ein um 90% reduziertes Fernsehgerät.
Doch ob im Geschäft oder im Internet, man sollte einen kühlen Kopf bewahren und an diesen besonderen Einkaufstagen nicht nur Preisvergleiche machen, sondern auch auf ein paar andere Dinge achten. Denn nicht alles, was angeboten wird, sind wirkliche Schnäppchen. Oft bezieht sich ein Rabatt nämlich auf den überteuerten unverbindlichen Verkaufspreis (UVP), der dem Handel seitens des Herstellers als Weiterverkaufspreis an den Kunden empfohlen wird und nicht auf den oft deutlich niedrigeren Preis, zu dem ein Produkt wirklich verkauft wird.
Wäre ja auch verwunderlich wenn selbst an Rabatt Tagen nicht beschissen würde.
Wenn dann das Black Friday Wochenende vorbei ist, startet sofort die Cyber Monday Woche. Das ist dann der offizielle Start des Online Weihnachtsgeschäfts…
Eerst ab diesem Zeitpunkt dürfen, laut Online Händler Amazon, offiziell online Weihnachtsgeschenke gekauft werden.
Nach der Cyber Montag Woche startet dann der Weihnachtsschlussverkauf, der vom Spring Break Shopping abgelöst und dann direkt in den online Summer Break Sale mündet. 60% der Wirtschaftsleistung stammt aus dem privaten Konsum, kein Wunder, dass ähnlich wie beim Saufen, der Staat gar keine Wahl hat und die Shopping Lust noch fördert.
Übrigens, wer Vermögen aufbauen will sollte den Großteil seiner Ausgaben für Assets ausgeben und den Konsum bzw. die Kosten für Gebrauchsartikel reduzieren.
Assets könnte man als die Investitionen bezeichnen, die kurz- mittel- oder langfristig einen Ertrag bringen.
Ein Sparplan, eine Immobilie zum Vermieten, die eigene Ausbildung, Kunst und ähnliches könnte man dazu zählen.
Baumwolle (noch so schön verarbeitet), Polyester, Fernseher und Telefone zählen
N I C H T dazu.
Also auf geht´s, lassen wir die Kreditkarte glühen – Shoppen macht glücklich – oder führt zu….
