Am 08.November 2017 ist internationaler Tag der Putzfrau. Dieser Tag soll auf die Arbeit von Putzfrauen und Reinigungspersonal weltweit hinweisen.
Am internationalen Tag der Putzfrau soll auch auf die Situation von Putzfrauen aufmerksam gemacht werden, indem vor allem bessere Arbeitsbedingungen und ein besseres Ansehen gefordert werden. Der internationale Tag der Putzfrau kann auf unterschiedliche Arten begangen werden. Eine Möglichkeit ist es, dem beschäftigten Reinigungspersonal einfach mal „Danke“ zu sagen.
Reinigungspersonal der ganz besonderen Art hat dieser Tage für ein Reinemachen im Bereich der Steuervermeidung und Steuerminderung gesorgt. Die Offenlegung der „Paradies Papers“.
Beim Gedanken an das Paradies habe ich bisher niemals an Geldgeschäfte zum Zweck der Steuerminderung gedacht. Paradiesisch empfand ich einige Plätze die ich mit der besten Ehefrau von Allen bereist habe. Besonders die Insel Palmizana
und das Rindersteak unseres lieben Freundes Djenko im Restaurant Toto´s kamen meiner Vorstellung vom Paradies sehr nahe. Beim Suchen nach der Bedeutung des Wortes im Wikipedia kommen folgende Definitionen:
- Paradeisos, eine antike Gartenanlage
- Garten Eden in der Bibel
- Irdisches Paradies als religiöse Vorstellung
- Himmel (Religion) als religiöse Vorstellung
- das islamische Paradies, siehe Dschanna
- Vorhallen am Eingang von Kirchen, siehe Narthe
Nicht gefunden habe ich:
Paradies – Konstrukt zur Steuerminderung.
Zum Glück.
Allerdings zeichnet diese Definition ein relativ gutes Bild unserer Gesellschaft.
Für Vermögende und Unternehmen (auch dort sind Menschen in der Verantwortung) stellt die Minderung von Steuern, auf Kosten der Allgemeinheit, offensichtlich einen paradiesischen Zustand dar.
„Alles legal“ sagt der Luxemburger Außenminister im Fernsehen und „wir befinden uns eben in einem Steuer Wettbewerb innerhalb der EU…“
Auch das ist ein Bild unserer Zeit. Anstatt für ein gemeinsames Steuer – und Rechtssystem innerhalb der EU zu sorgen, setzen wir unsere intelligentesten Köpfe, meistens in Beratungsfirmen, dafür ein, Schlupflöcher zur Steuerminderung zu finden und umzusetzen. Gemeinsamkeit und Solidarität finden nicht statt.
Unter dem Mantel der Legalität weicht der, oftmals in Resten noch vorhandene, Gerechtigkeitssinn in Gier und Freude über die zusätzlichen Millionen die für immer größere Spielzeuge eingesetzt werden können.
Wir viel schwerer, im Vergleich zur Krümmung einer Gurke, dem Wattverbrauch von Lampen und Staubsauger, kann es denn sein, eine Mindestbesteuerung auf Unternehmensgewinne oder Kapitalerträge innerhalb der EU zu definieren, die nicht unterschritten werden darf.
Ich vergaß: viele der Länder mit einer ungewöhnlich hohen Anhäufung von Briefkastenfirmen oder Kontobeziehungen zu Trusts, Stiftungen und Off Shore Firmen, haben sonst sehr wenig Industrie und Dienstleistung. Kein Interesse an einer Harmonisierung. Seit ich im Banking bin und besonders seit der Einführung der
Zinsabschlagsteuer von Theo Waigel (Finanzminister in Deutschland genannt „die Augenbraue) Anfang der 90iger Jahre , gab es in Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz ein immenses Wachstum an ausländischen Geldern die in den dortigen Banken verwaltet wurden und werden. Frei nach der Piefke Saga:“Sattmann wir loben Dich, Sattmann wir lieben Dich, Wohlstand und Glück, kehren zurück“, profitierten die Banken und viele andere Branchen, sowie eine Vielzahl von Menschen von den Kapitalflüssen.
Die Abschaffung von Bankgeheimnissen und die Offenlegung von Kontodaten schürte die Angst dieser Länder den gewonnenen Wohlstand zu verlieren. Der Weg für Panama und Paradies wurde geöffnet und einer breiten Masse von Vermögenden zur Verfügung gestellt.
Was für eine Gesellschaft, in der Menschen nicht wissen wie sie das Brot für ihre Kinder kaufen sollen und andere Menschen auf deren Kosten immer reicher werden….
Revolution! Jetzt!