Über den Sommer hinweg war es ziemlich ruhig im besten Haushalt von Allen. Wenig Gäste und so gut wie keine Einladungen. Dem langen Urlaub und den Fahrten nach Wien geschuldet haben wir viele ruhige Abende verbracht.
Gestern war es mal wieder anders. Im Rahmen des Erntedankfestes der Schule,
das traditionell die erste Klasse, also die Eltern der Erstklässler, ausrichten dürfen, haben wir eine fast ausgestorbene Spezies Mensch kennengelernt.
Die „Frisch nach Klagenfurt Zugezogenen“.
Während der Blüte- und auch während der Abbauzeit der Hypo Alpe Adria Bank, war Zuzug nach Klagenfurt fast so beliebt wie warmes Brot, im Jahr 2017 hat das Brot eine leichte Schimmelbildung.
Neue Leute in der Stadt – 3 Söhne – Einer davon als Klassenkamerad meines Löwen, international erfolgreich und in der Lage deutsch so zu sprechen, dass es selbst ein Schwabe versteht – kaufen sich eine Immobilie und verlagern ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Klagenfurt. In eine Stadt in der es im Moment gefühlt mehr leerstehende Geschäftslokale als Bewohner gibt.
Solche Menschen möchte ich immer gerne kennenlernen.
Einladung zum Kaffee ausgesprochen und den Termin zu finden war die einfache Übung. Danach fing das tief verankerte Prozedere an.
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Pech für mich, dass es Herbst ist. Zusätzliches Pech, dass die Blätter der beiden Nussbäume und des Apfelbaums im Moment die Blätter fallen lassen wie Jungverliebte ihre Leibwäsche.
„Die Blätter hast Du aber noch nicht
aufgeklaubt“ hörte ich nach einem Vormittag voller Laubrechenarbeiten. Doch!, allerdings gibt es noch kein Spray, das den Laubabwurf für ein paar Stunden aussetzen kann. „Wie schaut das denn aus wenn der Rasen voller Laub ist…?“
Wie im Herbst – dachte ich mir.
Gesagt habe ich nichts, sondern 5 Minuten vor Einladung den Rechen genommen und noch mal kurz über das Gras gekehrt…
Ob es unsere Gäste beeindruckt hat, dass neben dem Wohnraum auch der Garten antiseptisch wie der OP im UKH war, weiss ich nicht.
Gesessen, gegessen, getrunken und gelacht haben wir in jedem Fall ausgiebig und mit großer Freude. Ein paar zusätzliche Gäste machten den in den Abend übergehenden Nachmittag fast vollkommen.
Herzlich Willkommen im Süden der Republik, wo nicht nur das Klima gut ist sondern auch die Zugereisten.
Gut auch, dass es am Sonntag wie aus Kübeln schüttete. Keine Chance Laub zu rechen und keine Chance irgendwas im Garten zu machen.
Couching day – Coole Sache