Bei der morgendlichen Lektüre der besten Zeitung von Allen, – ja trotz „heute“, „mein bezirk“ und dem „FPÖ-Monatsjournal“ steht die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
bei mir immer noch auf Platz 1 – las ich auf der ersten online Seite
„Wir befinden uns mitten in einem Albtraum“…
Diese Überschrift trifft den Nerv der Zeit und hätte ihren verdienten Platz auch in den Kategorien Politik, Wirtschaft, Finanzen, Feuilleton, Sport, Gesellschaft, Stil, Technik, Wissen , Reise und Karriere.
Dieses Mal hat es die Überschrift in den Bereich Wissen – Natur und Wissenschaft – geschafft. Einer der für mich wirklich super interessanten Bereiche der FAZ.
Beim Lesen des Artikels habe ich aber leider festgestellt, dass das Wort Albtraum vom Verfasser leider total falsch gewählt wurde.
Ein Albtraum, auch Alptraum oder Albdruck, veraltet Nachtmahr (englisch nightmare ) oder auch Nachtschaden ist ein Traum, der von negativen Emotionen wie Angst und Panik beim Träumenden begleitet wird. Der Traum kann dabei bedrohliche, aber durchaus auch banale Situationen enthalten. Albträume sind nichtorganische Schlafstörungen und zählen zu den Parasomnien.
Beim Lesen der Definition stelle ich fest, dass ein Albtraum durch das Aufwachen, zumindest kurzfristig, weg ist. Klar kann er wieder kommen und dauerhaft bedrohlich sein, das Aufwachen stoppt ihn aber für den Moment.
Der Albtraum den der Autor beschreibt, handelt von einer hoch wissenschaftlichen Erhebung, die ich bereits in einem meiner Blogs vor ein paar Jahren beschrieben habe. Wer vor wenigen Jahren in den relativ warmen Monaten Mai bis Oktober mit dem Auto unterwegs war, wurde zum Massenmörder. Windschutzscheibe, Kühlergrill und Frontpartie des Autos enthielten nach ein paar Stunden mehr organisches Material als Metall, Plastik und Glas zusammen. An lauen Sommernächten musste der beste Fahrer von Allen schon mal stehen bleiben um die Reste der Freunde von Maja, Willi und Flip mit scharfem Gerät oder heissem Wasser aus dem Sichtfeld zu bringen. Diese „Last“ ist in den letzten Jahren signifikant weniger geworden.
In den vergangenen zwei Jahren habe ich zwar viel getankt aber nicht ein einziges Mal die Vorderscheibe putzen müssen.
Die Idee, dass die Insekten in die Kategorie Fledermaus mutiert sind und sich mittels Ultraschall vor dem Unfalltod mit Autos, Bussen und LKWs retten ist leider nicht bewiesen.
Bei der Erhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 ist ein Rückgang von 76 Prozent (im Hochsommer bis zu 82 Prozent) der Fluginsekten-Biomasse festgestellt worden. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten, von Schmetterlingen, Bienen und Wespen bis zu Motten und anderen flugfähigen Arten, die praktisch ausnahmslos als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen oder zumindest als Beutetiere für Vögel wichtig sind. Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind abhängig von Insektenbestäubung, und 60 Prozent der Vögel in der heimischen Natur ernährt sich hauptsächlich von Insekten.
Ein Horror für unsere Erde. Ohne Bestäubung kein Wachstum auf Bäumen und Blumen.
Die gute Nachricht. Wie von vielen Zukunftsforschern, Wirtschaftführern und Politikern, die den Fortschritt, die Globalisierung und das Shareholder Value als neue Lebensphilosophie definiert haben, versprochen wurde, entstehen durch den Wandel in die digitale Welt super Chancen und viele neue Berufe.
Einer dieser neuen Berufe ist die menschliche Biene. Spätestens seit 2015 setzen die
Obstbauern im Reich der Mitte flächendeckend Menschen ein um die Arbeit der Bienen, nämlich Blüten zu bestäuben, zu übernehmen. Der Ausspuch „fleissig wie die Bienen“ nimmt dann eine ganz andere Bedeutung ein. Logisch, dass Honig immer teurer wird bzw. mit Zuckerwasser gestreckt wird.
Also liebe Eltern, das in meiner Jugend so beliebte Spiel „wir klettern auf und fallen von jedem Baum“ wird in zukunft wichtiger für Eure Kinder sein als Klavier, Yoga, Englisch oder Quantenphysik. Der Berufstrend im 21.Jahrhundert geht in die Richtung BAUM.
Diese Veränderung ist super für die Automobilindustrie und erklärt die stetig ansteigende Zahl der SUVs. Wenn Menschenbienen Flügel bekommen und ein Schwarm der neuen Bestäuber an einem lauen Sommerabend über die A2 zu den Brombeerhecken fliegt, ist es einfach besser in einem kompakten und großen Wagen zu sitzen.
Die Definition eines Albtraums ist, eben auch aufwachen zu können, sich oder den Bettnachbar kurz oder länger zu schütteln, sich umzudrehen und in das Reich der süssen Träume zurückzukehren.
Das Sterben der Insekten ist daher kein klassischer Albtraum, sondern der Anfang vom Ende.
Die richtige Überschrift in der besten Zeitung von Allen muss korrigiert werden:
„Wie befinden uns mitten im Ende“
Tut was!