Für jeden von uns schaut das perfekte Wochenende unterschiedlich aus. Während manche -zig Kilometer rennend oder auf dem Fahrrad sitzend, vor irgendwelchen Sorgen oder Ängsten, davonrennen oder fahren, sitzen andere gemütlich im Liegestuhl und erfreuen sich am Nichtstun. Blattsalat mit Zitronensaft oder Ripperln vom Grill,
Strandbad am See, Freibad oder Pool? Formel 1, Fussball, Golf oder Tennis?
Jeder wie er gerne mag.
Auch im schönsten Zuhause von Allen, darf jeder gerne tun was die beste Ehefrau von Allen bestimmt. Mit dieser Regel fahren wir gar nicht so schlecht.
Regeln? Fahren? Jeder wie er gerne mag?
Mir fallen bei diesen Aussagen die Automobilhersteller ein.
Stellen wir uns mal vor, wir würden unsere alten Autoreifen in kleine Stücke schneiden und im Ofen verbrennen, die Gartenabfälle jeden Samstag Nachmittag im Garten anzünden und wenn die Asteln schön brennen hauen wir den Restmüll drauf.
Selbst wer im hintersten Winkel Österreichs lebt, würde diese Aktion wahrscheinlich nur ein paar Mal durchführen bevor die Exekutive „Feuer aus“ befehlen würde.
Die Zertifizierung und Förderung eines Passivhaus oder der neuen Wärmedämmung erfahren in diesen Tagen eine ganz besondere Note. Welche Anstrengungen sind notwendig um Luft Emissionen zu verringern, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Auf dem Weg von Klagenfurt nach Wien gibt es bereits endlos kilometerlange IGL (Immissionsschutzgesetz Luft ) Geschwindigkeitsbeschränkungen um die Luft zu verbessern.
Und jetzt das…jeder hat es vermutet, alle haben es bisher bestritten und nun ist es raus. Für jedes Bauteil, zumindest der deutschen Autoindustrie gibt es einen Arbeitskreis (AK)
AK Bremse, AK mechanische Anbauteile, AK Sitze, AK Kupplung… und AK Diesel und AK Otto Motor.
Besonders dramatisch soll das Ergebnis der Absprache innerhalb des AK Dieselmotors sein. Die Abgase der Motoren werden, trotz technischer Möglichkeiten, offenbar weniger gereinigt als es möglich wäre. Klimaabkommen, CO2 Zertifikate, IGL und die Hersteller von Autos scheren sich einen Dreck um die Einhaltung der Emissionen. Erste gesicherte Informationen über den Dieselskandal gabe es 2008 in den USA. Anstatt sich auf alternative Antriebsarten wie Wasserstoff, Hybrid oder gar Elektroantriebe zu konzentrieren, setzten die Verantwortlichen auf den guten alten Diesel. Schmelzende Pole, versinkende Küstenstädte, Klimawandel, Starkregen und Verschiebung der Klimazonen warden beim Kampf um Marktanteile weit weg geschoben. Dass Diesel Stickoxide produziert, die die Städte vergiften, wurde mit dem Begriff clean Diesel gekontert. Harnsäure (ad blue) verringert die Stickoxidbildung.
Also wurden ad blue Tanks in die Autos gebaut.
Anstatt durch technische Veränderungen (Reduktion der Leistung, alternative Zusatzmotoren) wurden Verbrauchs- Abgas- und Schadstoffwerte manipuliert und dem Käufer des Wagens die Verantwortung und die Kosten für die Reinigung der Abgase übertragen.
Sämtliche staatlichen Kontrollfunktionen – Zulassungsbehörde, Aufsicht und auch die Politik haben die Augen verschlossen und die Autolobby machen lassen. Seit 2014 liegt der EU Kommission Informationen über ein Kartell und deutlich erhöhte Abgaswerte vor. Reaktion – NULL.
Als es gar nicht mehr anders ging haben sich die Freunde von VW und Daimler selbst angezeigt!
Entzug der Zulassung, Erhöhung der Steuern, Fahrverbote in Innenstädte, sinkende Wiederverkaufspreise das droht den Besitzern.
Und die Autofuzzis? Verarschen die Kunden, die die Umwelt unwisssentlich verpesten, stellen sich in die Sünderecke und bitten um Vergebung. Das darf doch nicht wahr sein!
Die Selbstanzeige von Uli Hoeness wegen Steuerhinterziehung, hat ihm, trotz Ausgleichs der Steuerschuld und Bezahlung einer Geldstrafe wegen eines Formfehlers einige Zeit im Gefängnis eingebracht.
Setzt man das Hoeness Kapitalverbrechen und die hinterzogene Steuer als Maßstab für Strafe an und rechnet die erhöhten Emissionen der Autobauer und den entstandenen Schaden an der Umwelt hoch, müssen die Damen und Herren Manager froh sein, dass Sie nicht in Amerika, dem Sudan, Pakistan Malaysia oder 53 anderen Staaten leben in denen noch die Todesstrafe verhängt wird.
Vielleicht war ich in den vergangenen Tagen nicht aufmerksam genug, der kollektive Aufschrei der gerechten Gutmenschen nach Rache und Vergeltung ist mir in jedem Fall entgangen. Im Ggenteil, da in Deutschland ein Großteil der Arbeitsplätze an der Autoindustrie hängt wiegeln viele ab und zeigen mit dem Finger auf die anderen die genauso schlecht sind.
In einem ersten Reflex würde ich mir wünschen dass allen Autos die bei realem Betrieb die Schadstoffe überschreiten, sofort die Zulassung entzogen wird. Der Aufschrei wäre immense und auch unsere Fahrt in den Urlaub würde wohl ins Wasser fallen. Allerdings glaube ich, dass nur ein radikaler Schnitt zu wirklichen Veränderungen führen kann.
Da ich im Moment auf das Auto angewiesen bin und viel fahre, kann ich die Augen vor der Entwicklung nicht länger verschliessen. Mit jedem Kilometer vergifte ich die Luft meiner Kinder stärker als notwendig. Vielleicht nehme ich ja auch einen Stock und hau ihnen jeden Tag auf den Kopf oder gib ihnen jeden Tag ein wenig Rattengift ins Essen.
Ich werde mich, so schnell wie möglich, von den beiden Premiumherstellern die die beste Familie von Allen befördert verabschieden und Hersteller wählen die abseits des Kartells stehen und sich ernsthaft mit alternativen Antriebsformen beschäftigen.
Wie sagt meine liebe Frau wenn sie sich über das Verhalten von Menschen aufregt:
SCHÄMT´S EUCH
Ich bin jetzt mal 3 Wochen in Sommerferien – vielleicht melde ich mich aus Brac, der Hercegovina oder aus Novi Vinodolski – Alles Schöne