Einer meiner favorisierten deutschen Humoristen, der sich selber als Horror- und Comedy-Schriftsteller, Slam-Poet und Kabarettist bezeichnet, Torsten Sträter, hat einmal in einer Geschichte über einen Auftritt in der Schweiz behauptet, dass dort alles teuer ist und selbst 5 Franken 8 Franken kosten.
Ich war am Mittwoch in Zürich und wenn ich Torsten Sträter persönlich kennen würde, würde ich ihm zurufen, dass heute 5 Franken schon 11 Franken kosten.
So etwas habe ich noch nicht erlebt.
Um 07:45 Uhr war ich am Flughafen Wien. Der nette junge Mann im dutyfree shop erklärte mir, dass die Schweiz zwar dem Schengener Abkommen beigetreten ist, erlaubte mir aber wegen Nicht EU Land zollfrei Zigaretten zu kaufen. 200 Camel um 38,50 EUR – immerhin eine Ersparnis von rund 10 Euro gegenüber dem Erwerb in den österreichischen geschützen (Tabakvertriebs) Werkstätten.
Am selben Tag um 20:17 Uhr im dutyfree shop, Airside Center, Level 2 in Zürich. Das gleiche Produkt der gleiche Wirtschaftsraum, die gleichen Abkommen, CHF 48,80, rund 44 EUR und somit ein Aufschlag von ca 15%. Der Aufschlag geht dabei nicht wie man glauben könnte in den Schweizer Steuersäckl, nein, es sin die Produzenten die dort mehr verdienen müssen.
Da ich Gerüchte hörte, dass bei einer Abhebung von 50 CHF an Schweizer Geldautomaten 80 CHF belastet werden, habe ich versucht mit Karte oder mittel Eueo Bargeld die lebensnotwendigen Einkäufe in Zürich durchzuführen.
„Sie können schon in EUR zahlen, aber unser Kurs ist 1:1“ (immerhin ein Aufschlag von 10%) hörten meine leicht gereizten Hörkanäle an diesem Tag 4 mal. Neben der Tatsache, dass die einheimische Bevölkerung in Zürich sehr stolz auf den unverständlichen Dialekt ist, waren die Aussagen entweder mit einem mild-süss-bemitleidenden oder auch recht anzüglich-arroganten Lächeln und den Worten „so sind wir halt“ verbunden.
2 Kaffee mit Milch 11 Franken, eine Wurst mit Brot 7 Franken, ein weiße Mischung 8 Franken und die Krönung: 0,096 kg (keine ganze Tafel) Schokolade 8 Franken. Dagegen war die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel fast schon eine Occasion. Eine Tageskarte innerhalb der Stadt 13,60 Franken. 
Leute, das ist das Hongkong von Europa. Höhere Preise und mehr High End Uhren- Schokolade- und Fetzengeschäfte gibt es so geballt wohl nirgends mehr auf dieser Welt.
Aus einer komplett anderen Welt scheinen auch die Autobauer zu sein. Stimmt der Verdacht, dass Daimler schon seit fast einem Jahrzehnt Autos mit einem zu hohen Schadstoffausstoß verkauft hat, dann wären davon mehr als eine Million Fahrzeuge in Europa und in der USA betroffen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Ende Mai eine bundesweite Razzia bei Daimler durchführte, gehe dem Verdacht nach, dass zwei Motorenreihen eine unzulässige Abschalteinrichtung enthielten. Die Autos und Kleintransporter mit den Motoren OM 642 und OM 651 seien wegen der Abschalteinrichtungen auf dem europäischen Markt nicht zulassungsfähig gewesen. Es bestehe die Gefahr eines Entzugs der Zulassung. 
Natürlich kooperiert Daimler vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft in Stuttgart (!!!).
Volkswagen kostete der Skandal bisher 22,6 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigung. Daimler erklärte sich im vergangenen Jahr auf Druck des Bundesverkehrsministeriums zu einem Rückruf von knapp 250.000 Fahrzeugen mit übermäßigem Schadstoffausstoß in Europa bereit. Der Dax-Konzern hatte im jüngsten Quartalsbericht bekräftigt, im Falle eines „nachteiligen Ausgangs dieser Ermittlungen“ könnten erhebliche Geldstrafen, sonstige Sanktionen oder Rückrufaktionen drohen. In Amerika haben Käufer von Mercedes-Diesel-Pkw den Autobauer bereits auf Schadensersatz verklagt.
Die Inhaber von Daimler Aktien zeigten sich am Tag nach der Meldung relativ unbeeindruckt. Weniger als ein Euro Rückgang, gut 1% Verlust. Angst vor massivem wirtschaftlichen Schaden sieht jedenfalls anders aus.
Bleibt die Frage warum machen die Automobilhersteller so ein Spiel?
Am Prüfstand Musterschüler und im Alltag eine Dreckschleuder. Auf dem Papier super niedriger Verbrauch, im Alltag ein Schluckspecht.
Klar, um Autos mit Höchstleistungen zu verkaufen, die aufgrund der Verkehrsgesetze gar nicht zum Einsatz kommen können, und trotzdem noch alle Normen erfüllen. Und weil ein Hersteller behauptet, dass hinten bessere Luft rauskommt als vorne angesaugt wird, schaffen das dann wie durch ein Wunder auf einmal Alle.
Die Idee, dass man Leistung, Höchstgeschwindigkeit und Gewicht so reduziert, dass die Motoren die Abgas- und Verbrauchswerte erfüllen, scheint zu einfach.