Am Wochenende ist mir gleich mehrmals Angst und Bange geworden. Hamburg ist wie wir alle wissen sehr weit weg, deshalb haben mich die Chaoten rund um den G20 Gipfel nicht wirklich verängstigt. Gut, dass Klagenfurt nur eine ganz theoretische Chance auf die Abhaltung dieses oder irgendeines Gipfels hat – sogar das Beachvolleyball ist bekanntlich abgewandert – und die Chaoten aus aller Welt können in großen Städten Autos und Hauser anzünden. Eine Idee eines leidgeprüften Hamburgers hat mir ganz gut gefallen. Der Herr schlug vor den nächsten G20 Gipfel auf einem Kreuzfahrtschiff
durchzuführen. Abgeschirmt und sehr gut abgesichert in der Luft, am Wasser und von der Erde könnten die mächtigsten Führer dieser Welt in aller Ruhe beratschlagen, abstimmen und beschliessen. Krawalle, Demonstrationen und Angriffe auf Alles und Jeden hätten es wesentlich schwerer. Damit die Quoten der Fernsehanstalten nicht komplett zusammenbrechen schlage ich als Gebührenzahler noch folgende Erweiterung vor:
Nach der Entscheidungsfindung werden die Abstimmungsergebnisse mittels Rauch aus dem Schornstein des Cruisers bekanntgegeben. Alle Bürger der Welt dürfen dann mittels Tele- SMS-Whats App- usw. Voting über die Verhandlungsergebnisse abstimmen. Binär. Ja oder Nein. Ja, alles richtig gemacht, die Mächtigen der Welt dürfen zurück an Land. Nein, die Mehrzahl der Menschen wählt, dass dies die falschen Beschlüsse sind…
Ein Torpedo der internationalen Staatengemeinschaft versenkt das Schiff.
Direkte Demokratie und ein Anreiz für die Mächtigen, sich in die Sorgen und Nöte der bevölkerungsstärksten und ärmsten Länder reinzudenken. Zu radikal und zu brutal? Stellt man die Hungertoten, Verdursteten und die Ertrunkenen dazu ins Verhältnis, erscheint das vielleicht gar nicht so abwegig.
Wie gesagt, das G20 Treffen und seine Verwüstungen hat mich nicht so sehr erschreckt als das Telefonat mit der BH Graz Umgebung zum Thema Lenkererhebung. Die Erleichterung kam im Bescheid. Überschreitung der Geschwindigkeit auf der Autobahn um 25 km/h und Unterschreitung des Mindestabstand – wer viel Auto fährt macht halt auch mal einen Fehler. Geldstrafe, nur, zum Glück!
Dann habe ich zum ersten Mal eine Unwetterwarnung über das Headup Display des Autos erhalten. Achtung Starkregen in 3 Kilometer. Und das war so was von richtig, Tempo 20 auf der Autobahn, Wasserfontänen die von der Gegenfahrbahn geschleudert wurden und den Wagen ins Schlingern brachten. Anhalten aufgrund des Verkehrs keine Option. „Augen auf und durch“, nach einer Viertelstunde normalisierte sich das Wetter und mein Puls.
Am Samstag war die beste Ehefrau von Allen auf ihrem regelmässigen Friseurtermin in Zagreb. 6 Stunden im Auto, 4 Stunden am Stuhl, sehr schöne Haare. Ich hatte die Mädchen für einen Tag. Nachdem die vorgegebenen Aktivitäten erledigt waren (Einkaufen, Staubsaugen, Wäsche bügeln, Rasenkanten schneiden, usw) packte ich die Kinder und fuhr ins Freibad. Freibad – nicht Strandbad am See – nach Bad Eisenkappel. Es scheint, dass inzwischen jede Familie mit einem Stück Garten einen Pool hat. Badegäste an einem sonnigen Samstag Nachmittag 20 bis 30. Super Sache, viel Platz, eine Bank zum Sitzen, eine Rutsche und angenehmes Klima durch die Berge.
Leider waren neben den wenigen Badegäste auch noch emsige Bienchen unterwegs. Und weil im Moment der Klee blüht, sitzen die -Honigsammler auf der Liegewiese. Nach wenigen Minuten war es auch schon so weit und ich hatte die ärmste Patientin von Allen. Bienenstich am Fuß. Gutes Zureden, kühlendes Wasser und ein Milka-Eis linderten den Schmerz recht zügig. „Zieht Euch bitte die Flipflops an wenn Ihr geht“ war dann der Satz der den Badetag vorzeitig beendete. Der nächste Ausflug vom Bienenstich in Richtung Toilette erfolgte mit Flipflops, allerdings im Laufschritt. Eine kleine Unachtsamkeit, einmal den Fuss nicht angehoben und schon biegt sich das Vorderteil des Gummischuhs in Richtung Erdmittelpunkt. Relativ gleichzeitig verlagerte sich der schönste Körpermittelpunkt von Allen nach vorne, die Hände konnten der Fallgeschwindigkeit nicht folgen und wenige Bruchteile einer Sekunde sah ich aus rund 30 Meter Entfernung ein Gemisch aus Blut, Tränen und Speichel.
Interessant, dass der beste Vater von allen trotz kaputter Kniegelenke den 30 Meter Weltrekord einstellen konnte.
Kalte Tücher, gute Worte, Umarmungen, ein weiteres Eis und das Versprechen dass alles wieder gut wird, halfen dem tapfersten Mädchen von Allen über das Gröbste hinweg.
Nachdem der größte Schmerz vorbei war und mein Löwe schon wieder gelacht hatte, brach sie aus heiterem Himmel in ein untröstliches Weinen aus…Nein, zum Glück waren es keine weiteren körperlichen Schmerzen oder abgebrochene Zähne, das Mädchen hatte im Spiegel die angeschwollene Oberlippe gesehen. Bei der Erklärung warum sie so weint, wusste ich nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll…
„Aber Papi, ich habe ja eine Lippe wie ein Schnabel, ich bin aber doch kein Vogel und ich kann jetzt nirgends mehr hingehen“.
Ein Satz für das Album der Erinnerung!
Auch so ein Satz für die Erinnerung gab der CEO von Tesla, Elon Musk, von sich:
„Am Ende werden ALLE Autos elektrisch sein“.
Dabei will Tesla mit dem Model 3 Elektroautos für die Masse erschwinglich machen. Die Investoren melden Zweifel an und setzen den Kurs der Aktie ordentlich unter Druck.
Nach dem Hoch von 383 USD am 23.06.2017 steht ein Anteil der selbsternannten Zukunft des Automobils aktuell bei rund 312 USD. Immerhin knapp 20% unter dem Hoch. Noch ist Tesla ein Zwerg. 84.000 verkaufte Autos im vergangenen Jahr. General Motors verkaufte im gleichen Zeitraum 10 Millionen Wagen.
Aber, eine Regel am Kapitalmarkt lautet, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Gelingt es Elon Musk die Investoren von seinen Visionen zu überzeugen, dann könnte, besonders nach dem Rücksetzer, ziemliches Potenzial vorhanden sein. Und schön, finde ich das X Model alle Mal.