Ich mag schöne Dinge. Wobei schön eine sehr subjektive Einschätzung ist. Finde ich die beste Ehefrau von Allen als ein wunderschön anzusehendes Gesamtkunstwerk, findet sie mehr als ein Dutzend Makel an sich. Aus der Sicht von Anderen mag sie Recht haben, für mich bleibt sie schön.
Es gibt aber ein paar Dinge die für die Allermeisten von uns schön sind. Der Hintern eines Porsche 911 (egal aus welchem Baujahr), Stifte von MontBlanc, Feuerzeuge von DuPont, schlichte Uhren, von Haaren befreite Achseln und vieles, vieles mehr.
Einige der oben genannten Dinge habe ich schon bessen oder besitze ich noch. Ein ganz besonders schönes Stück ist für mich meine Vespa PX 125 30 Anni ultima serie. 
Eine Vespa ist schon deshalb schön, weil sie aus Italien kommt. Alles aus Italien ist schön, dies gilt auch für die Papageien Bekleidung in rosa, lila, grün und orange, zumindest so lange diese Kleidungsstücke von einem Italiener oder einem von uns, dafür jeweils einzeln und zu gedeckten Farben getragen werden.
Meine Vespa ist weiß und aus dem letzten Produktionsjahr, als Abschied von Blech, Zweitakter und Handschaltung genommen wurde. Sie trägt die Nummer 765 von den 1000 im Jahr 2008 hergestellten, hat ein Windschild, verchromte Gepäckträger, Chromfelgen mit Weißwandreifen, weiße Blinker, Scheibenbremsen und als Luxus einen elektrischen Starter.
Gekauft hat mir den Roller die beste Ehefrau von Allen, nagelneu, noch bevor ich die notwendige Lenkerlaubnis hatte. Der Tageskurs beim ÖAMTC führte mich in die notwendigen Kenntnisse des motorisierten 2Rad fahrens ein und sorgte für die legale Benutzung meines Schmuckstücks.
8 Jahre ist sie bei mir. 1258 Kilometer zeigt der Tacho und die letzten 3 Jahre hatte sie das Schicksal des Schauspielers Sky du Mont (rumstehen, gut aussehen und nichts sagen). Selbst die letzten drei Gesunden Untersuchungen, das Pickerl haben wir nicht gemacht. Bei rund 160 km Fahrleistung im Jahr kann ich nicht behaupten ein Biker zu sein.
Damit das schöne Stück auf die Strasse darf habe ich sie in diversen Zweiradbörsen, bei Bekannten und beim Auktionshaus angeboten. Zu einem wie ich finde angemessenen Preis (rund 25% unter Neupreis) Das Casting um meine Vespa haben alle bisherigen Bewerber verloren. Oft ging es nur noch um die letzten fünfzig Euro. Aber gerade diese letzten Euros machen für mich den Liebhaber aus und darum habe ich regelmässig nicht nachgegeben und sie behalten.
Also habe ich den besten Schwiegervater von Allen (dickes Motorrad, viele tausend Kilometer, ein echter Biker) gebeten das Pickerl zu machen, damit einer neuen Annäherung von Mensch und Maschine nichts mehr im Weg steht.
Am Wochenende habe ich die ersten Ausfahrten gemacht. Zögerlich aber voll motiviert unternahm ich ein paar Besorgungen auf 2 Räder. Das Vatertagsgeschenk (Sonnenbrille) in der Stadt umtauschen und die Fadenvorhänge beim Möbelhaus besorgen, kein Problem. Ein paar Semmeln dazu, immer noch war Platz im kleinen Stauraum unter dem Lenker.
Selbst die Auto- und LKW Fahrer die meine Geschwindigkeit von 50 km/h im Stadtgebiet als Beleidigung empfanden und mir ob meiner vorsichtigen Fahrweise die Pest an den Hals wünschten haben meine Stimmung und meinen Mut nicht getrübt. Ein wenig mulmig wurde mir allerdings, als ich am Erdbeerland ankam und die 8kg Erdbeeren die mir die beste Ehefrau von Allen bestellt hatte vor mir sah. Zwei Kartons voll
wunderbarer Früchte. ‚Trotz der Tatsache, dass Erbeermarmelade nicht aus ganzen Früchten besteht, wollte ich nicht schon mit Erdbeerpürree nach Hause kommen. Die Lady an der Kasse hatte nicht nur eine Figur, sondern auch ein Gefühl wie ein Elefant und bemerkte ganz trocken „Hast Du den kein Auto zuhause? Vielleicht holst es bevor ein Unglück passiert.“ Nichts da, wer 3 Damen, meistens oder wenigstens manchmal, zumindest ein mal im Jahr, im Griff hat, der kann auch freihändig und im Kopfstand mit der Vespa fahren und dabei Erdbeeren jonglieren. Vor lauter Schreck über meinen Mut fuhr ich die ersten 50 Meter zwar mit Edbeeren zwischen den Oberschenkeln, dafür ohne Helm und ohne die teuerste Sonnenbrille von Allen (dies ist eine eigene Geschichte – vielleicht morgen).
Also wieder zurück zum Stand an dem mich eine Mischung aus ungläubigen Staunen, Bewunderung und Spott sowie eine nette Dame die mich mit meinem Helm
und meiner Brille erwartete. Zweiter Anlauf und ohne große Schwierigkeiten legte ich die 350 Meter ins schönste Zuhause von Allen zurück, um mich dem zu widmen was ich definitiv besser kann als Moped fahren, nämlich Marmelade kochen.
Kochen tut das Unternehmen das in Deutschland gerade den Börsegang plant zwar nicht, aber auf 2 Rädern gekochtes liefern.
Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero kratzt mit dem bislang größten Börsengang des Jahres in Deutschland an der Milliardenschwelle. Das Berliner Unternehmen („Pizza.de“, „Lieferheld“, „Foodora“) legte die Preisspanne für die Emission am Montag auf 22 bis 25,50 Euro fest. Die Neuemission soll bis zu 996 Millionen Euro bringen. Die vor sechs Jahren gegründete Firma, die immer noch Verluste schreibt, wird am oberen Ende der Spanne mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet. Gelingt der für den 30. Juni geplante Börsengang, könnte der Startup-Investor Rocket Internet erstmals seit Zalando eine Beteiligung aus seinem Portfolio über die Börse zu Geld machen.
Ob der Trend sich halbwarmes Essen, das in Plastikgeschirr kondensiert, liefern zu lassen anhält steht wohl ausser Frage. Ob eine Firma damit Geld verdienen kann wird sich zeigen. Das aktuelle Ess-Koch- und Konsumverhalten der Menschen könnte für die Investoren in diese Unternehmung aber Erträge bringen…