Der Drang und die Freude sich in Gemeinschaften zu verbinden steckt wohl in fast jedem von uns.
Die besten Mädchen von Allen haben sich jedenfalls irrsinnig gefreut als wir den „wir sind die Anti Mama Bande“ inklusive eigenem Gangstergruß (Faust – Klatsch – Hand – Faust – Klatsch – Daumenstreicher) Klub gegründet haben.
Eine Menge von Mitgliedschaften werden eingegangen und dann in der Folge relativ spärlich genutzt. An erster Stelle der wenig genutzten Gemeinschaften steht, noch vor der Mitgliedschaft im Fitnessclub, die Ehe. Andere Mitgliedschaften werden freiwillig und gegen Bezahlung eingegangen, in einige Klubs, wie z.B. der Klub der über 50ig-jährigen (UHU´s) kommt man unfreiwillig automatisch. Die ehrlichen unter meinen Freund/innen geben zu, dass sie sehr gerne Mitglied im Mile High Club werden wollen und wenn sich das nicht ausgeht, dann wenigstens im Low Steel Club der ÖBB oder dem Red Ant Club der österreichischen Bundesforste. Bezieht sich der Mile High Klub auf eine ganz spezielle Gemeinschaft in der Luft (höher als 1852 Meter) ist der Low Steel Club an die Geschwindigkeit des Zugs (schneller als 250 km/h) und der Red Ant Club an die Bisse durch Ameisen (mehr als 25 pro Teilnehmer) gebunden.
Die Teilnahme am Stammtisch und am Sparverein werden in Österreich nur in Ausnahmefällen (Fieber höher 42 Grad oder eigene Beerdigung, sicher aber nicht bei eigenem Hochzeitstag oder Einschulung der Kinder) abgesagt. What´s app und facebook Verbindungen laufen sowieso 365/7/24 immer automatisch nebenher. Gemeinschaften für Menschen mit besonderen Vorlieben wie z.B. Kleingärtner Klubs, Swinger- und Saunaklubs, Klubs der Freunde der Möpse, der Verein der Verehrer der Zahl Pi (3.14159265359) usw. gibt es ohne Ende.
Auch an den Wertpapiermärkten gibt es Verbindungen, Gemeinschaften und Klubs: Investmentklubs, Aktionärsgemeinschaften, Freunde der technischen Bilanzanalyse, Klub der Front Runner, Freunde der historischen Wertpapiere, Verlierer…
An den US – Börsen haben diese Woche zwei Technologiewerte an einen exklusiven Klub geklopft. Amazon und Alphabet sind an oder über die Marke von 1.000 USD pro Aktie geklettert. Dieser Klub besteht im Moment aus 7 Aktien, der von Warren Buffets Berkshire Hathaway mit rund 250.000 USD (in Worten zweihundertfünzigtausend US Dollar) pro Aktie angeführt wird. Ein vierstelliger Aktienkurs hat allerdings keine große Bedeutung. Der Kurs der wertvollsten amerikanische Aktiengesellschaft, des Elektrokonzerns Apple, notierte zuletzt nur bei rund 154 Dollar. Apple hatte die Aktien vor drei Jahren allerdings im Verhältnis 7:1 geteilt und den Aktienkurs damit optisch verbilligt. Ohne diese Maßnahme, mit der Unternehmen ihre Aktien für Privatanleger bezahlbarer und attraktiver machen wollen, wären die Apple-Aktien schon längst mehr als 1000 Dollar wert.
Gemessen am Börsenwert von rund 800 Milliarden Dollar spielt Apple in einer eigenen Liga. Aber Alphabet folgt mit rund 680 Milliarden Dollar an der Börse schon auf Platz zwei, gefolgt vom Softwarekonzern Microsoft mit rund 540 Milliarden Dollar. Amazon rangiert mit einer Marktkapitalisierung von rund 480 Milliarden Dollar auf Rang vier.
Im Fall von Alphabet und Amazon ist das Erreichen der 1000-Dollar-Schwelle aber durchaus ein wichtiges Symbol wachsender Dominanz an der Börse. Marktbeobachter bezeichnen einen Aktienkurs von mehr als 1000 Dollar als „Trophäe“ für ein Unternehmen und als klares Zeichen für „Erfolg, Dominanz und Wachstum“.
Alphabet steht im Grunde schon zum zweiten Mal vor der 1000-Dollar-Marke. Als das Unternehmen noch als Google firmierte, wurden die Titel im April 2014 im Verhältnis 2:1 geteilt. Vor dem Aktiensplit kosteten die Aktien mehr als 1100 Dollar. Gut ein Jahr später änderte der Konzern dann seinen Namen. Amazon hatte seine Aktien während der Hausse der Technologieaktien in den späten neunziger Jahren dreimal gesplittet.
Es bleibt abzuwarten ob sich diese Unternehmen, zumindest optisch, durch einen Aktiensplit wieder verbilligen. Wenn das passiert, könnte ein Investor durchaus auf die Idee kommen und einsteigen, oder aber Mitglied in einem meiner favorisierten (Fortbewegungs) Klubs werden.