Stolz

Ein gerne benutztes Zitat lautet:
„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die ihm den Rücken freihält“. Wer aber steht hinter dieser Frau und wenn ja, wie viele? Muss auch hinter jedem erfolgreichen Frauenrücken ein Mann stehen und wenn ja, darf er sich den Rücken aussuchen?
Oh weia, heute begebe ich mich auf dünnes, ganz dünnes Eis
Um meinen kritischen Leserinnen gleich mal ein wenig Bluthochdruck zu nehmen, möchte ich eines gleich mal klar stellen:
Ich finde, dass viel mehr Frauen erfolgreich sein sollen und viel mehr Frauen Führungspositionen einnehmen sollen und Frauen auch mindestens so viel Geld verdienen sollen wie Männer!
Allein diese Aussage zeigt das Dilemma…
Männer haben viele Schwächen und Frauen schreiben und reden gerne und in aller Ausführlichkeit darüber. Ich habe aber noch nie eine Frau vorher sagen hören: Ich möchte vorwegnehmen, dass ich Männer sehr wertschätze, trotz Ihrer Schweissfüsse, der permanenten Alkoholfahne und dem über den Gürtel hängenden Wampen.

Vielleicht zur Einstimmung noch eine Statistik:
85 % der Frauen finden ihren Arsch zu dick, 10% zu dünn und 5% sind froh, dass sie ihn geheiratet haben…

Im Ernst, ich finde es sehr schade, dass es nicht annähernd so viele erfolgreiche Frauen wie Männer gibt. Trotz umfangreichen Bemühungen, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene, Frauen die gleichen Karrierechancen zu ermöglichen, gelingt wenig Gleichstellung. Ich mag es mit Frauen zu arbeiten. Neben den fachlichen Stärken  sind sie ausgeglichen, gerecht, verfügen über eine ausgeprägte Empathie, Witz und definieren sich nur ganz wenig über Äußerlichkeiten.  Zu meinem Unglück hatte ich bisher, abgesehen vom besten Eheleben von Allen,  noch nie das Vergnügen direkt an eine Frau zu berichten.
Beruflicher Erfolg ist, ganz unabhängig vom Geschlecht, leider auch immer wieder mit privatem Misserfolg verbunden. Wer sich auf das berufliche Weiterkommen konzentriert verliert eben auch manchmal den Bezug zur wirklichen Welt. Ein kleiner Unterschied in der Berichterstattung: Trennen sich erfolgreiche Frauen von ihren Männern, konnte der Mann nicht mit dem beruflichen Erfolg der Frau umgehen, trennt sich ein erfolgreicher Mann von seiner Frau ist ihm der Erfolg zu Kopf oder sein Blut woanders hin gestiegen.

Zurück zum Ungleichgewicht im beruflichen Erfolg. Vielleicht ist unser, über tausende von Jahren, entwickeltes Verhaltensmuster für die Erfolgssituation mehr verantwortlich als uns lieb ist. Kann es sein, dass immer noch die Mehrzahl der Frauen  sich mit den Rollen der Mutter, Ehefrau und Haushaltsführerin wohler fühlen als es Alice Schwarzer und ihre Freundinnen wahr haben wollen. Wenn sich das persönliche Glück nicht an materiellem Besitz und Einkommen sondern an Zufriedenheit, Freizeit und gemeinsamer Lebenszeit orientiert, treten die Ungleichgewichte eventuell diskret in den Hintergrund.
Eine der (offensichtlich wenigen) Situationen in denen beruflicher Erfolg und persönliche Zufriedenheit zusammen kommen, erlebe ich relative aktiv seit einigen Jahren in meinem Umfeld.  Von ganzem Herzen freue ich mich, dass die beste Ehe- und Hausfrau, fürsorglichste Mutter von Allen, (gerne auch „Lady Duracell“ oder „Mrs Project“ genannt) von ihrer Chefin ausgewählt wurde um ein Interview über ihren beruflichen Werdegang für das Magazin „trend“ zu geben.     Renci trend 05 2017

Liest man die Leistungen seines Partners auf Papier, wird aus der im Alltag, ganz automatisch, eintretenden Selbstverständlichkeit wieder etwas ganz Besonderes.
Wer dabei Stolz empfindet braucht sich gar nicht zu schämen, denn Stolz ist die Freude, die der Gewissheit entspringt, dass man selbst oder jemand Anderer etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftträchtiges geleistet zu haben.
Ein Gefühl großer Zufriedenheit.

Ob wir mit den aktuellen Entwicklungen in und zwischen Amerika, Europa und China zufrieden sein können wird nur die Zukunft zeigen können. Bisher habe ich die Meinung vertreten, dass man der demokratischen Wahl des seit ein paar Wochen im Amt befindlichen US Präsident zu wenig Respekt entgegen bringt. Die dauernde öffentliche Anfeindung durch Medien und irgendwelche Prominente halte ich für gefährlich. Regelmäßig macht sich die Welt über den Oberkommandierenden der US Streitkräfte, des schlagkräftigsten Militärs der Welt lustig. In Abwandlung der Redensart „Getroffene Hunde bellen, aber nicht alle Hunde die bellen beißen nicht“, bin ich froh, dass Donald Trump kein militanter Islamist ist.
Ich hoffe, dass die Regierungen der europäischen Staaten die Chance erkennen und aktiv nutzen um die Abhängigkeit von den USA wieder zu verringern. Partner zu sein bedeutet aus meiner Sicht nicht die Auslieferung in allen rechtlichen, steuerlichen und politischen Themen.
Selbst der beste Ehemann von Allen darf zu Hause, im Rahmen der ihm vorgegebenen Pläne und Meinungen frei entscheiden.

 

 

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