Kommissar Rex

Manchmal, leider viel zu selten, werde ich gebeten jemanden aus Wien mit nach Kärnten zu nehmen. Es ist einfach wesentlich unterhaltsamer wenn mehr Menschen im Auto sitzen und der Freitagnachmittag Stau auf der A2 gemeinsam niedergeredet wird. Am vergangenen Freitag morgen erhielt ich wieder mal ein SMS von einem Kärntner Freund, der mich bat einen Schauspieler, den Heinz W. mitzunehmen.
Als ich die elektronische Visitenkarte erhalten habe und den Namen nicht kannte habe ich Dr.Google zu Rate gezogen…

W absolvierte seine schauspielerische Ausbildung 1984 am Wiener Volkstheater. Von 1986 bis 1991 spielte er an der Freien Volksbühne in Berlin, ab 1992 war er als freier Schauspieler an diversen Bühnen tätig.

Ab 1983 wurde W auch für Film- und Fernsehproduktionen engagiert. Für seine Rolle in „Erwin und Julia“ wurde er 1989 für den Europäischen Filmpreis und 1990 für seine Rolle im Film „Die fliegenden Kinder“ für den Max-Ophüls-Preis nominiert. Die Rolle des Christian Böck in der Krimiserie „Kommissar Rex“ besetzte W von 1996 bis 2002.

Ich gebe zu, dass ich eine gewisse Neugierde verspürte, besonders bei der Betrachtung des weiteren Lebenswegs, mit vielen Höhen und Tiefen, freute ich mich auf 3 Stunden Autofahrt.
„Fahrdienst nach Klagenfurt – mürrisch dreinschauender Banker im blauen Anzug – 15:30 am Abgang bei der Oper“ lautete mein SMS
„Olivgrüner Anzug mit Hut und blauweiss gestreiftem Koffer wird warten“ war die Antwort.

Als ich die Figur an der Oper von der Weite sah, erhellte sich mein sowieso schon freundliches Gesicht exponential. Warum sind Schauspieler eigentlich immer unter
1 Meter 60 und warum sehen Männer in meinem Alter oft wie mein Vater aus. Wie kommt man auf die Idee einen diagonal blau weiss gestreiften Koffer hinter sich her zu ziehen? Fragen über Fragen die ich in den nächsten 3 Stunden beantwortet bekam. Weiters erfuhr ich, dass W immer wenn er mit einem Fremden im Auto sitzt Whisky Cola aus der Dose trinkt und eine Blase wie ein 3 jähriger hat. Mitten auf dem Wechsel, bei strömenden Regen musste ich in eine SOS Box fahren, damit der Hamlet sein Würstel für die Semmel vom Rex in die Luft halten konnte…

Die Fahrt ging richtig schnell vorüber,  ich erhielt mit einem richtig fetten Gin Tonic eine standesgemäße Belohnung und konnte den besten Mädchen von Allen einige interessante Geschichten aus dem Film- und Theaterleben erzählen.

Eine Mischung aus Drama, Komödie und Science Fiction spielt sich im Moment auch bei den Brexit Verhandlungen ab. Der britische Außenminister, offensichtlich Komödiant, hat den Streit um die Rechnung für den EU-Austritt seine Landes weiter angeheizt. Brüssel könnte dazu gezwungen werden, die Kosten für den Brexit zu übernehmen, sagte Johnson am Samstag der Zeitung „Daily Telegraph“. Die Europäische Union wolle sein Land ausbluten.

„Es gibt Vermögenswerte, die uns gemeinsam gehören und für die wir jahrelang bezahlt haben“, sagte Johnson. Dies müsse gegengerechnet werden. „Wir können einfach gehen (ohne zu zahlen)“, sagte er. „Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal.“ Brüssel will Vermögenswerte wie EU-Gebäude bei den Scheidungskosten nicht verrechnen.

Bei solchen Worten wünscht man sich Roland Emmerich als EU Chef Austrittsverhandler. Ein Drehbuch bei dem einige Plagen, Wind, Wasser, Heuschrecken, Dürre und ansteckender Nagelpilz auf die Insel kommen. Die englischen Superhelden könnten die Plagen allerdings nicht aufhalten; seit es in England keine fixe Sperrstunde mehr gibt scheint es so als ob ALLE Insulaner 365/24 damit verbringen ihre lokalen alkoholischen Getränke zu vernichten.
Anders ist das ganze BREXIT Theater nicht zu erklären.

 

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