…einer von zigtausend deutschen Steuersünder und gleichzeitig der (ehemalige) Präsident „meines“ Fussballclubs wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, der DAX verliert gefühlte 1000 Punkte weil der gar nicht so heimliche Herrscher der Welt sich ein Stück Land wünscht und zu allem Übel waren wir am Samstag Nachmittag auch noch zu einem Kindergeburtstag eingeladen.
Einladungen zum Kindergeburtstag sind die logische Folge von Babyschwimmen, musikalischer Früherziehung, Tanzstunden, der Kinderbetreuung und einer sehr kommunikativen, besten Ehefrau von Allen. Würde ich die Mehrzahl der Kindervergnügungen begleiten würde es, meinem grundsätzlich griesgrämigen Gesichtsausdruck geschuldet, eher keine Einladungen geben.
Anstatt das fünfzigste Spiel ohne Niederlage des FC Bayern München zu sehen, sah ich Väter und Mütter und deren höchst wohlerzogene Kinder.
Wie immer im Leben gilt es in unvermeidbaren Situation das Beste herauszuholen. Da eine „Partei“ nicht nur mit Ihren Kindern, sondern auch mit dem Untergrund des gerade gekauften Hauses Pech hatte – das Fundament senkte sich dermaßen, dass Garage und Wohnhaus nun fast einen rechten Winkel darstellen. Bei so viel Pech erstrahlt meine leicht windschiefe, aber selbst entwickelt und gebaute Sandkiste schon wieder in neuem Glanz.
Nach dem Austausch der Baugeschichten (scheinbar baut wirklich jede Familie mit Kindern ein Haus) und den bis dato überstandenen Kinderkrankheiten war die Neugier noch nicht gestillt. Meine rhetorische Pause auf die Frage „…und was machst Du beruflich?“ dauerte schon 12 Schienbeintritte der besten Ehefrau von Allen, und als ich ansetzte meinen Schmäh aus früheren Tagen „ich bin Teppichknüpfer beim Orient Teppich Besim in…“ spürte ich spitze Finger in den Rippen.
Also tapfer und mutig: „Banker, bei der Bank die im Moment recht oft in der Zeitung steht“…
Die Reaktionen waren vielfältig, wobei der mitleidige Blick noch die erfreulichste Art war. Eine der Mütter beobachtete ich, wie sie nach meinem outing ihre Tochter nicht mehr aus den Augen lies, ein Vater fragte sich murmelnd wieviel Nullen denn eine Milliarde hat. Zu blöd wurde es mir als der unvermeidliche Satz über zockende und betrügende Banker und Banken fiel. In meiner unnachahmlich liebevollen aber bestimmten Art, verbunden mit dem freundlichsten aller Gesichter, erlaubte ich mir zu fragen was denn genau Spekulation und Zocken bedeute…
Um den Zorn der Unwissenden nicht auf die Spitze zu treiben gab ich ein paar Anekdoten meines aktuellen Zockens preis…Einkaufen in China!
Dabei gibt es Alles – vom Manschettenknopf bis zum Motorrad – chinesische Originale und Fälschungen (wer es probieren mag: http://www.aliexpress.com) zu Preisen die das Schwabenherz wochenlang jubilieren lassen. Das Zocken besteht dabei im Spiel mit der österreichischen Zollabwicklung – mal werden die Pakete zugestellt und mal nicht.
Wie im richtigen Leben.


